Sonderausstellung im Landesmuseum
15 Wochen ohne Besucher: „Passion Leidenschaft“ beendet

Münster -

Die Sonderausstellung „Passion Leidenschaft“ im LWL-Landesmuseum am Domplatz hat am Wochenende ihre Pforten geschlossen. 15 Wochen lang war sie wegen des Corona-Lockdowns geschlossen, seitdem gab es nur noch digitale Führungen. Museumsleiter Dr. Hermann Arnhold ist gleichwohl für die Zukunft optimistisch: Am 9. März, davon ist er fest überzeugt, wird das Museum wieder öffnen.

Montag, 15.02.2021, 18:30 Uhr
Kuratorin Dr. Petra Marx – hier vor einer Kopie der Laokoon-Gruppe – lud am Sonntag zum letzten Mal zu einer Online-Führung durch die Sonderausstellung ein.
Kuratorin Dr. Petra Marx – hier vor einer Kopie der Laokoon-Gruppe – lud am Sonntag zum letzten Mal zu einer Online-Führung durch die Sonderausstellung ein. Foto: Martin Kalitschke

Am Sonntagnachmittag um 17 Uhr ist das Kapitel „Passion Leidenschaft“ für Kuratorin Dr. Petra Marx beendet. Drei Jahre lang hat sie die Sonderausstellung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster vorbereitet. Mindestens 60 000 Zuschauer waren erwartet worden, nur 10 000 konnten die teils herausragenden Exponate sehen, bevor das Museum am 2. November in den Corona-Lockdown ging – und bis zum Ausstellungsende am 14. Februar nicht mehr öffnen durfte.

Bericht im heute-journal

„Time to say goodbye“, sagt Marx am Ende der einstündigen Online-Führung, bei der am Sonntag, trotz wunderbarsten Wetters, mehr als 200 Kunstinteressierte dabei sind. Dann stellt die Mitarbeiterin, die den Rundgang gefilmt hat, die iPad-Kamera ab, die beiden fallen sich in die Arme. „Ich bin traurig“, sagt Petra Marx, man merkt ihr an, dass das keine Floskel ist. Den Satz wird sie später am Abend noch einmal sagen: Das ZDF-heute-journal berichtet über Sonderausstellungen, die wegen des Corona-Lockdowns kaum jemand sehen konnte – darunter „Passion Leidenschaft“ in Münster.

Bereits am frühen Montagmorgen geht in den Räumen der Sonderausstellung wieder das Arbeitslicht an. Nach und nach werden die Werke von Rubens und Schiele, Kirchner und Dürer wieder verpackt und dorthin geschickt, von wo aus sie im vergangenen Herbst nach Münster gefahren worden waren – Museen in Deutschland und ganz Europa.

Digitale Angebote werden archiviert

Weil wegen Corona niemand ins Museum durfte, nutzten seit Anfang November viele Kunstinteressierte die Gelegenheit, bei Online-Führungen und weiteren digitalen Formaten dabei zu sein. „Allein an den Zoom-Führungen nahmen mehr als 5300 Besucher teil“, berichtet Museumssprecherin Claudia Miklis – darunter eine komplette Schulklasse aus der Uckermark. Zudem seien die Follower-Zahlen bei Instagram und Facebook in die Höhe geschnellt.

Ein Großteil der digitalen Angebote werde nun archiviert und könne so auch nach Ende der Sonderausstellung online abgerufen werden, sagt Miklis. Weitere Online-Führungen durch die Schausammlung sind in den kommenden Wochen geplant, bevor Ende Mai die nächste Sonderausstellung startet, in deren Mittelpunkt August Macke steht.

Trotz allem: Museumsleiter Dr. Hermann Arnhold ist froh, dass „Passion Leidenschaft“ stattgefunden hat. „Gerade in solchen Zeiten ist es doch Aufgabe eines Museums zu zeigen, dass das Leben auch noch aus anderen Dingen besteht“, sagt Arnhold.

LWL-Museum soll am 9. März wieder öffnen

Das sei offenbar gelungen: Von jenen, die die digitalen Formate verfolgten, habe es zahlreiche positive Rückmeldungen gegeben. „Das hat Mut gemacht“, habe er immer wieder gehört.

Wie geht es weiter? „Ich bin Optimist“, sagt Arnhold. Daher freue er sich auf die Wiedereröffnung des Museums am 9. März. Parallel bereite sich das Haus intensiv auf die Macke-Schau vor.

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