ZDF-Krimi
Wilsberg-Kritik: Sparsame Kalauer

Münster -

Totale digitale Kontrolle: Wer sich sozial verhält, sammelt Punkte und wird belohnt, Missetaten dagegen bedeuten Punktabzug. In der ZDF-Krimireihe „Wilsberg“ wurde die schöne neue Überwachungswelt am Samstagabend Realität. Redaktionsmitglied Harald Suerland über Erfreuliches und Erzwungenes im neusten Wilsberg.

Sonntag, 21.02.2021, 15:30 Uhr aktualisiert: 21.02.2021, 16:02 Uhr
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  • In Münster wird ein Sozialkreditsystem eingeführt. Bürgerinnen und Bürger werden überwacht und für ihr soziales Verhalten belohnt. Wilsberg (Leonard Lansink) und Merle (Janina Fautz) glauben nicht daran, dass dies zum Wohle der Menschheit passiert.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Wilsberg (Leonard Lansink) und Christine Lau (Susanne Bormann) finden einen Stick mit Daten, die ihr Freund in seinem Loft versteckt hatte. Andere scheinen auch auf der Suche nach diesen Unterlagen zu sein, in seiner Wohnung wurde eingebrochen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Wilsberg (Leonard Lansink) macht sich ein Bild von brisanten Unterlagen.

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  • Merle (Janina Fautz, l.) findet das Antiquariat verschlossen vor. Kann die Nachbarin (Daniela Lebang, r.) ihr Wilsbergs neue Adresse verraten?

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  • Dass Wilsberg (Leonard Lansink) weder Pakete der Nachbarn annimmt, noch die Mülltonnen rausstellt, wird von einer Nachbarin (Daniela Lebang) direkt in die Sozialkreditsystem-App eingetragen.

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  • Der Fall ist gelöst. Anna Springer (Rita Russek, l.) hat allen Grund, Alex Holtkamp (Ina Paule Klink, r.) zu danken.

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  • Wilsberg (Leonard Lansink, r.) schaltet Anna Springer (Rita Russek, l.) und Overbeck (Roland Jankowsky, M.) ein, damit sie die Daten auf einem Stick auswerten.

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  • Alex (Ina Paule Klink) ist sauer auf Ekki (Oliver Korittke), weil der sich für eine Recherche hat einspannen lassen.

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  • Christine Lau (Susanne Bormann) und Bernd Anger (Orestes Fiedler) haben eine Ahnung, wer für den Mord an Christines Freund verantwortlich ist.

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  • Die geheime Unterhaltung von Alex (Ina Paule Klink, M.) und Ekki (Oliver Korittke, r.) auf der Toilette wird von Bernd Anger (Orestes Fiedler, l.) unterbrochen.

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  • Der Sicherheitschef Adam Schenk (Torben Liebrecht) hat ein Auge auf alle Aktivisten, die der Firma schaden könnten.

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  • Overbeck (Roland Jankowsky) bringt brisante Unterlagen zu Wilsberg. Seine Verkleidung soll verhindern, dass er von Überwachungskameras erkannt wird.

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  • Anna Springer (Rita Russek, l.) wollte Wilsberg (Leonard Lansink, M.) eigentlich für ein Frühstück besuchen, aber Overbeck (Roland Jankowsky, r.) unterbricht die Zweisamkeit.

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  • Wilsbergs (Leonard Lansink) Übergangswohnung ist eine alte Halle, die er notdürftig eingerichtet hat. In der improvisierten Küche darf natürlich die Kaffeemaschine nicht fehlen.

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  • Anna Springer (Rita Russek) ist überrascht über die Dinge, die sie über ihren neuen Chef herausgefunden hat.

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  • Merle (Janina Fautz) erklärt wichtige Zusammenhänge.

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  • Christine Lau (Susanne Bormann) vertraut Bernd Anger (Orestes Fiedler) an, dass Wilsberg mit geheimen Dokumenten an die Öffentlichkeit gehen will.

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  • Overbeck (Roland Jankowsky) und Merle (Janina Fautz) sind sich nicht sicher, ob die ihnen vorliegenden Dokumente als Beweis ausreichen.

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  • Bernd Anger (Orestes Fiedler) weiß noch nicht, dass er Teil eines größeren Plans ist.

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  • Alex (Ina Paule Klink) beobachtet, wie immer mehr Personen gefeuert werden. Der Grund: In ihrer Freizeit verhalten sich die Angestellten nicht so, wie es erwünscht ist. Das gibt Punkteabzug im Sozialkreditsystem.

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  • Juliane Hell (Katharina Nesytowa, l.) erklärt Alex (Ina Paule Klink, r.), dass das Sozialkreditsystem die Welt besser macht.

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  • Alex (Ina Paule Klink, r.) bekommt gute berufliche Chancen im Unternehmen in Aussicht gestellt. Juliane Hell (Katharina Nesytowa, l.) legt Alex allerdings nahe, den Kontakt zu Wilsberg abzubrechen.

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  • Statt Empathie für die Situation zu zeigen, philosophiert Overbeck (Roland Jankowsky) über Poststrukturalismus. Anna Springer (Rita Russek) weist ihn dafür in die Schranken.

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  • kki (Oliver Korittke) hilft einer Kollegin beim Aktenschleppen, um für die gute Tat Punkte in dem neuen Sozialkreditsystem zu erhalten.

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  • Christine Lau (Susanne Bormann) glaubt, dass ihr Freund ermordet wurde. Wilsberg (Leonard Lansink) soll dafür Beweise finden.

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Ein Mann wurde überfahren, und weil die Polizei von einem Unfall ausging, wandte sich seine Freundin an den Privatdetektiv: So klar konstruiert beginnt längst nicht jeder Wilsberg-Film. Überhaupt war der jüngste Fall für den münsterschen Schnüffler überraschenderweise mal wieder ein richtig klassischer Krimi; die Kalauer-Quote beschränkte sich weitgehend auf den verkleideten Overbeck – ein Gag, der den Weimar-„Tatorten“ entlehnt war.

Stimmige Rollen

Autor David Ungureit drehte zwar mit der Dystopie eines Überwachungssystems, das willfährigen Untertanen zu Privilegien verhilft, am großen Big-Brother-Rad, doch im Detail gefiel der strikt erzählte Fall, zumal die Protagonisten mit durchweg stimmigen Rollen ausgestattet waren – lediglich die Anstellung der scheidenden Anwältin (Ina Paule Klink) bei der bösen Firma wirkte etwas gezwungen.

Auch wenn klar war, dass der Mord aufs Konto des üblen Unternehmens ging, war genügend Krimi-Spannung für 90 Minuten vorhanden, und dass manche Dialoge zum Thema Überwachung oder E-Book etwas didaktisch daherkamen, lässt sich bei einem solchen Thema wohl nur schwer vermeiden. Erfreulich neben der guten Besetzung mit starken weiblichen Episodenfiguren war das Geschick von Regisseur Dominic Müller, die Corona-Drehbedingungen zu kaschieren. Und als Detail am Rande nahm man schmunzelnd zur Kenntnis, dass Overbeck nun auch Foucault und Konfuzius liest. Kann nicht schaden.

Einschaltquoten

8,22 Millionen sahen die Folge „Überwachen und belohnen“ - das brachte dem ZDF einen Marktanteil von 24,6 Prozent.

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Harald Suerland

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