Skulptur-Projekte: Matt Mullicans Granit-Opus wird öffentlich restauriert
34 Jahre, 35 Platten und ein kleiner Umzug

Münster -

Matt Mullicans Granit-Opus, ein Werk der Skulptur-Projekte von 1987, wird restauriert. Und zwar im Lichthof des Landesmuseums. Demnächst darf man – unter Corona-Vorbehalt – auch dabei zusehen. Den Künstler freut diese Aktion, und ab August bekommt das Werk auch einen neuen Platz am neuen Pharma-Campus.

Donnerstag, 29.04.2021, 20:08 Uhr
Vorsichtig werden die Granitplatten des Kunstwerks im Lichthof des Landesmuseums ausgeladen und gereinigt. Das kleine Bild zeigt das Kunstwerk am alten Standort aus der Drohnenperspektive.
Vorsichtig werden die Granitplatten des Kunstwerks im Lichthof des Landesmuseums ausgeladen und gereinigt. Das kleine Bild zeigt das Kunstwerk am alten Standort aus der Drohnenperspektive. Foto: LWL

Besondere Zeiten sind das – gerade für Museen, die nicht oder nur halbwegs öffnen dürfen. Das Westfälische Landesmuseum in Münster nutzt die Corona-Phase dafür, ein steinernes Werk und Dokument der Skulptur-Projekte zu sichern, zu restaurieren und dann an einen neuen Standort zu bringen. Es handelt sich um die Arbeit „Ohne Titel“ von Matt Mullican (*1951), die der amerikanische Künstler 1987 für die Chemischen Institute im Naturwissenschaftlichen Zentrum der Universität geschaffen hatte. Trotz des Materials, es handelt sich um insgesamt 35 Granitplatten, „hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen“, meinte Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold gestern im Verlauf einer digitalen Pressekonferenz.

Längst hatten auch langjährige Fans der Skulptur-Projekte wohl nicht mehr genau vor Augen, welchen faszinierenden Kosmos aus Lebens- und Evolutions-Symbolen und allerlei chemischen Apparaturen der Künstler damals per Sandstrahl auf den Granitplatten verewigt hatte. Zumal die acht mal zwölf Meter messende Steinfläche als begehbares Kunstwerk auch für Tanzeinlagen genutzt wurde. Der Künstler, gestern zugeschaltet und guter Dinge, sieht die Arbeit bis heute als eines seiner bedeutenden Frühwerke an und freut sich, dass sich das Landesmuseum mit der Universität um das Opus kümmert: „Das Werk kommt zu neuem Leben“, so Mullican.

Sobald das Landesmuseum auch nur partiell wieder öffnet, dürfen Besucher im Lichthof dabei zusehen, wie die Skulptur restauriert wird. Aufgrund städtebaulicher Entwicklungen der Universität Münster musste die Skulptur am alten Platz weichen. Bevor sie Mitte August wieder an ihrem neuen Standort auf dem Pharma-Campus, Corrensstraße 48, neu zusammengesetzt wird, soll sie in einen guten und dauerhaften Zustand versetzt werden. „Die witterungsbedingten Schäden, die nach über 30 Jahren nicht ausgeblieben sind, werden nicht beseitigt, sondern als Teil der Skulptur integriert und konserviert“, hieß es gestern.

Vom 24. bis 27. Juni will Matt Mullican im Lichthof des Landesmuseums sogenannte „Rubbings“, also Abdrücke des Werkes, herstellen. Dafür reibt der Künstler die Motive der 35 Steinplatten mit Ölstiften auf Leinwände und überträgt somit die Zeichensysteme in ein weiteres Medium. Die „Rubbings“ werden dann mit der fertig restaurierten Arbeit bis zum 15. August im Lichthof ausgestellt.

 

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