Was macht eigentlich . . . Tarah Pfeiffer?
Regelmäßig meditieren begonnen

Münster -

Das Theater hatte während der Corona-Zeit zwangsweise spielfrei. Deshalb sind die Kreativen aber nicht untätig, wie sie in einer Interview-Serie des Theaters verraten – heute: Tarah Pfeiffer.

Mittwoch, 19.08.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 19.08.2020, 17:18 Uhr
Tarah Pfeiffer (o.) in „Medea“.
Tarah Pfeiffer (o.) in „Medea“. Foto: Oliver Berg

Das Theater hatte während der Corona-Zeit zwangsweise spielfrei. Deshalb sind die Kreativen aber nicht untätig, wie sie in einer Interview-Serie des Theaters verraten – heute: Tarah Pfeiffer .

Wie sieht Ihr (Corona-)Alltag derzeit aus?

Tarah Pfeiffer: Ich stehe meistens gegen neun Uhr auf, dusche, frühstücke und mache zu Hause ein bisschen Yoga oder Pilates. Seit ein paar Wochen dürfen wir wieder in Kleingruppen im Theater trainieren, derzeit startet mein Training meistens um 12 Uhr. Dabei handelt es sich um eine klassische Ballettstunde, wo wir den Körper aufwärmen und an unserer Technik arbeiten. Im Anschluss an das Training bleibe ich meist eine Zeit lang im Ballettsaal und mache ein paar Übungen für mich selbst, vereinzelt haben wir dann nach nachmittags solistische Übungseinheiten (oder zu zweit mit Abstand), bei der wir an Ideen für das nächste Tanzstück arbeiten. Danach fahre ich wieder nach Hause, wo ich oftmals viele kleine Aufgaben zu erledigen habe (meist habe ich für jeden Tag eine neue To-Do-Liste). Ich putze, kümmere mich um meine Pflanzen, spiele mit der Katze oder arbeite weiter an einem Projekt in meiner Wohnung. Oft gehe ich auch noch eine Runde laufen oder spazieren. Abends koche ich und sitze bei gutem Wetter noch gerne auf dem Balkon, lese, schaue mir einen Film oder eine Serie an oder telefoniere mit meiner Familie.

Wofür haben Sie jetzt Zeit, wozu es vorher „keine“ Zeit gab?

Pfeiffer: Im Moment nutze ich die Zeit vor allem, um an meiner Wohnung zu arbeiten: Ich mache Schönheitsreparaturen, organisiere meine Schränke neu, miste aus oder übe mich in der Balkon-Gartenarbeit. Ich habe auch mehr Zeit und Energie zum Kochen, Sport machen, Lesen, Filme anschauen und selbst kreativ werden.

Welche positiven/ negativen Gewohnheiten haben Sie während des Lockdown entwickelt?

Pfeiffer: Ich habe angefangen, regelmäßig zu meditieren und ich denke, dass mir das sehr gut tut. Außerdem gehe ich regelmäßig laufen und genieße das Erfolgserlebnis, dass ich zunehmend schneller werde. Schön ist auch, dass ich in den letzten Monaten häufiger und ausgiebiger mit meiner Familie telefoniere und mir insgesamt mehr Zeit nehme für kleine Begegnungen und Unterhaltungen mit Freunden, Kollegen oder Nachbarn. Eine negative Angewohnheit ist, dass meine Disziplin nachgelassen hat, ich halte mich nicht mehr an eine strikte Routine. Ich kann mir vorstellen, dass es in dieser seltsamen Zeit vielen Menschen ähnlich geht. Am schlechtesten ist aber wohl meine Angewohnheit des Internet-Shoppings. Seitdem ich viel Zeit zu Hause verbringe (und es lange Zeit nicht möglich war, im Laden einzukaufen), fallen mir immer neue Sachen ein, die ich „brauchen“ könnte und wenn ich nachts nicht schlafen kann, verbringe ich gerne mal eine Stunde auf Amazon oder anderen Online-Shops.

Wie halten Sie sich als Tänzerin derzeit fit?

Pfeiffer: Zum Glück haben wir seit einigen Wochen wieder die Möglichkeit, im Theater zu trainieren, das ist vor allem für die klassische Tanztechnik sehr wichtig. Ansonsten mache ich zu Hause viel Pilates und Yoga und lasse mich dabei von Videos auf Youtube oder Instagram inspirieren. Außerdem gehe ich seit Beginn der Corona-Krise mindestens zweimal wöchentlich laufen und arbeite dabei bewusst an meiner Effizienz, Schnelligkeit und Ausdauer.

Welches besondere Gericht haben Sie in letzter Zeit für sich entdeckt bzw. kreiert?

Pfeiffer: Beim Kochen übe ich mich noch, aber ich habe in den letzten Wochen ein Dessert perfektioniert: Ein veganes Mousse au Chocolat, mit Avocado, Kokosöl, Ahornsirup und Banane.

Möchten Sie unseren Lesern ein Buch bzw. einen Film oder eine Serie empfehlen?

Pfeiffer: Eine meiner Lieblingsserien, die ich gerade zum dritten Mal ansehe, ist eine Netflix-Serie namens »Dirk Gently’s Holistic Detective Agency«. Sie beinhaltet alles von Sci-Fi bis Fantasy, ist sehr absurd humoristisch und zieht einen hinein in eine andere Welt.

Was vermissen Sie am meisten?

Pfeiffer: Ich vermisse die Bühne. Ich vermisse es, in der Maske zu sitzen und geschminkt zu werden, hinter der Bühne zu stehen und mich vorzubereiten, ich vermisse das Lampenfieber und den Moment, wenn das Licht ausgeht und das Herz einen kleinen Sprung macht. Ich vermisse es, gemeinsam mit meinen Kollegen als starkes Team auf der Bühne zu stehen, meine ganze Kraft und Energie zu geben, ganz und gar im Moment zu sein – und plötzlich ist es egal, wie müde ich bin oder wie viel die Muskeln schmerzen. Ich vermisse dieses Gefühl von Hingabe und Loslassen und die Erleichterung, wenn die Vorstellung zu Ende ist und ich sagen kann, ich habe mein Alles gegeben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7542299?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F7534665%2F
Nachrichten-Ticker