Verkehrssituation am neuen Hauptbahnhof
Radchaos verbreitet Resignation

Münster -

Seit gut einem Jahr ist der neue Hauptbahnhof eröffnet – doch was die Massen der abgestellten Fahrräder rund um den Bahnhof angeht, macht sich Resignation unter den Münsteranern breit.

Samstag, 15.09.2018, 14:07 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 11:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 14:07 Uhr
 Der Hauptbahnhof in Münster.
 Der Hauptbahnhof in Münster. Foto: Oliver Werner

Fahrradparken:

Gut drei Viertel der Menschen in der Stadt empfinden die Tausenden von Fahrrädern, die um den Bahnhof herum abgestellt sind, als störend, weil die Wege blockieren. Die größte Gruppe (29,9 Prozent) stimmt dieser Aussage sogar „voll und ganz zu“ – Zeichen für ein massives Störgefühl.

Auf eine Lösung für das Fahrradparkproblem hofft zugleich aber nur eine Minderheit von insgesamt einem knappen Fünftel der Befragten. 38,5 Prozent zeigen sich sogar vollkommen überzeugt, dass die Stadt das Fahrradproblem am Bahnhof nie in den Griff bekommen wird. Insgesamt haben 80 Prozent der Münsteraner hier wenig Hoffnung auf Besserung.

Einem Vorschlag zur Verbesserung, der schon wiederholt in die Diskussion eingebracht, aber bisher nie weiterverfolgt wurde, kann eine Mehrheit von rund 70 Prozent der Münsteraner etwas Gutes abgewinnen. Sie fänden es positiv, wenn die Erdgeschosse der Autoparkhäuser rund um den Bahnhof für Fahrräder reserviert werden könnten.

Fahrradfahrer: So schwierig ist die Parkplatzsuche an Münsters Hauptbahnhof

Wie schätzen die Münsteraner die Verkehrssituation am Bahnhof abseits des viel beklagten „Leezenchaos“ ein?

Bushaltestellen:

Für die Gestaltung der Bushaltestellen geben die Münsteraner gute Noten, rund 87 Prozent sind damit zufrieden. Weniger Beifall gibt es für die Ausgestaltung der Taxen-Standflächen und noch weniger für die der Kurzzeit-Parkplätze, um Zug-Reisende am Bahnhof aussteigen zu lassen.

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Foto: Grafik: Jürgen Christ

Taxen:

Bei den Taxen teilt sich die Meinung: Jeweils rund die Hälfte der Befragten ist mit der Situation der Taxen-Standflächen zufrieden oder unzufrieden.

Kurzzeitparken:

Jemanden mit dem Auto am Bahnhof abzusetzen – das gilt nach der Befragung offenbar bei den allermeisten als schwierige Herausforderung. Knapp 84 Prozent der Münsteraner sind mit den Möglichkeiten des Kurzzeit-Parkens unzufrieden, 43 Prozent sogar „überhaupt nicht zufrieden“, was der Schulnote „ungenügend“ entspricht. „Sehr zufrieden“ sind hier nur 1,4 Prozent.

Fahrrad-Situation am Hauptbahnhof Münster

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  • Bis Ende Januar 2018 war hinter diesem Zaun an der Bremer Straße Platz für knapp 1.800 Fahrräder. Für die Bauarbeiten an der Ostseite des Hauptbahnhofs musste der Bereich geräumt werden. Bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Gebäude in zwei Jahren müssen die Radfahrer auf alternative Stellplätze ausweichen.

    Foto: Christine Bader
  • Im Hamburger Tunnel hat die Stadt Münster Mitte 2017 Doppelstockständer für 400 Fahrräder aufgestellt. Diese können den Bedarf allerdings noch lange nicht decken.

    Foto: Christine Bader
  • Zu Stoßzeiten ist es schwer, einen regulären Stellplatz zu finden. Außer den Doppelstockständern im Hamburger Tunnel gibt es nur die Radstation als überdachte Abstell-Alternative. Aber auch diese ist regelmäßig ausgebucht.

    Foto: Christine Bader
  • Die Fahrradflut vor dem Hamburger Tunnel prägt seit langem das Bild auf der Vorderseite des Hauptbahnhofes.

    Foto: Christine Bader
  • Pläne, Fahrradparkplätze im Parkhaus Bahnhofsstraße einzurichten, hat die Stadt Münster wieder verworfen. Stattdessen muss der Berliner Platz als Stellplatz herhalten.

    Foto: Melina Liethmann
  • Am Berliner Platz reihen sich die Fahrräder an- und aufeinander.

    Foto: Melina Liethmann
  • Die offiziellen Stellplätze reichen längst nicht für alle Leezen: Wer „wildparkt“ läuft Gefahr, abgeschleppt zu werden. Wiederfinden kann man sein Fahrrad bei der Fahrradfundstelle am Industrieweg.

    Foto: Melina Liethmann
  • In der Hektik den Zug zu erwischen, passiert auch mal das ein oder andere Missgeschick.

    Foto: Melina Liethmann
  • Auch Fußgänger bekommen die Fahrradparkplatz-Knappheit zu spüren. Viele Radler weichen auf den Gehweg aus.

    Foto: Melina Liethmann

Architektur:

Das Erscheinungsbild des neuen Bahnhofs ist inzwischen fast allen Münsteranern bekannt – und den meisten gefällt die Architektur. Der Bahnhofsbau bekommt die Durchschnitts-Note 2,43 auf der Schulnotenskala. Die meisten geben die Schulnote Zwei (42,3 Prozent) und Drei (28,2 Prozent). Ein „sehr gut“ bekommt der Bahnhof von 16,8 Prozent der Befragten.

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