Tatort-Kritik: „Gott ist auch nur ein Mensch“
Weder witzig noch spannend

Münster -

„Ist das Kunst?“ Der aktuelle Münster-Tatort bringt unsere Fernsehkritikerin zu dem Schluss: „Nein, das kann weg!“ Denn die Folge „Gott ist auch nur ein Mensch“ enttäuscht bei beiden Hauptkriterien.

Montag, 20.11.2017, 07:25 Uhr
Tatort-Kritik: „Gott ist auch nur ein Mensch“: Weder witzig noch spannend
Professor Boerne taucht in die Kunstwelt ein. Als Meisterschüler von G.O.D. hilft er Kommissar Thiel bei den Ermittlungen. Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach

Ein geflügeltes Wort stellt die Frage: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Eine Antwort darauf forderte das Ende des „Tatorts“ um Rechtsmediziner Boerne ( Jan Josef Liefers ) und Kommissar Thiel ( Axel Prahl ), die eine Mordserie in der münsterischen Kunstszene aufzuklären hatten.

Keine Frage, wer diesem Duo bei der Arbeit zusieht, ist auf Comedy sowie Wortgefechte aus und weniger auf Krimi. Doch dieses Mal konnte der Film von Regisseur Lars Jessen in beiden Aspekten nicht überzeugen. Die Sticheleien der beiden Protagonisten kamen fast ermüdend daher.

Münster-Tatort: "Gott ist auch nur ein Mensch"

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  • Ein Toter in einer Skulptur: Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) schildert den Kommissaren Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Nadeshda Krustenstern (Friederike Kempter, 2.v.l.), was er auf den ersten Blick erkennen kann.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Beim neuen Münster-Tatort ‚Gott ist auch nur ein Mensch′ geht es um Kunst. Der Leichenfund findet kurz vor Eröffnung der „Internationalen Skulptur-Tage“ statt - eine Anspielung auf die realen Skulptur-Projekte.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Silke ‚Alberich′ Haller (ChrisTine Urspruch, links) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) untersuchen den Toten. Die Leiche wurde kunstvoll konserviert.

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  • Zoltan Rajinovic (Aleksandar Jovanovic) ist unter seinem Pseudonym G.O.D. ein Star der internationalen Kunstszene. In Münster wird sein nächster Genie-Streich erwartet.

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  • Der Aktionskünstler gerät schnell unter Verdacht: Kommissar Frank Thiel verhört ihn.

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  • Prof. Borne beschreitet - wie so oft - bei den Ermittlungen eigene Wege. Er wird von  G.O.D. als Meisterschüler ausgewählt und kommt dem Verdächtigen so näher.

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  • Der Künstler ist fasziniert vom Tod. Er stattet ‚Alberich′ und Boerne einen Besuch in der Rechtsmedizin ab.

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  • Boerne erfährt mit dem Skalpell in der Hand, dass Zoltan Rajinovic alias G.O.D. für seine Kunst bis an die Grenze geht. Die Nähe zum Tod scheint ihn zu reizen.

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  • Doch ist der Exzentriker mit den vielen Facetten auch ein Mörder?

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  • „Wir haben einen kunstaffinen Serienmörder in Münster.″ In der Rechtsmedizin müssen Karl-Friedrich Boerne und Silke Haller einen weiteren Toten unter die Lupe nehmen, der in eine Skulptur verwandelt wurde.

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  • G.O.D. wartet im Verhörraum: Kann Kommissar Thiel ihm die Taten nachweisen? Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechtild Großmann) hat Zweifel.

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  • Eine weitere Leiche? Nadeshda Krusenstern und Frank Thiel sind zum Aasee geeilt, wo eine neue Skulptur aufgetaucht ist. Die Kuratorin des international anerkannten Kunstereignisses, Klara Wenger (Victoria Mayer, 2.v.l.), beobachtet den Polizeieinsatz.

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  • Am Tatort trifft Thiel auf "Vaddern" Herbert (Claus D. Clausnitzer, 3.v.rechts). Er kann dem Kommissar erklären, was hinter der Erweiterung des Kunstwerks "Giant Poolballs" steckt.

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  • Der Serienmörder ist weiter auf freiem Fuß. Können die Internationalen Skulptur-Tage in Münster so überhaupt eröffnet werden? Kuratorin Klara Wenger (Victoria Mayer, rechts) muss die ersten Gäste noch vertrösten.

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  • Die Staatsanwältin und Nika Wenger (Gertie Honeck, Mitte), die frühere Kuratorin der Internationalen Skulptur-Tage, kennen sich aus gemeinsamen Tagen in der Kommune. Kommissar Frank Thiel erfährt, dass er damals als kleiner Junge auch dort auftauchte.

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  • G.O.D. steckt in einer Krise und vertraut sich Nika Wenger an, die er schon lange kennt.

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  • Roland Wenger (Matthias Bundschuh) ist Nikas Sohn. Er steht im Schatten seiner erfolgreichen Schwester Klara, die jetzt als Kuratorin agiert. Während der Internationalen Skulptur-Tage in Münster kümmert er sich im Art-Hotel um die Künstler.

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  • Boerne versucht Thiel in der Kunstakademie von der Unschuld seines Meisters zu überzeugen.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Wer steckt hinter den Morden? Und schlägt der Täter bei der Eröffnung der Skulptur-Tage erneut zu? Thiel gerät bei seinen Ermittlungen unter Zeitdruck.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Die Folge ‚Gott ist auch nur ein Mensch′ zeigt ein überzeichnetes Bild der Kunst-Szene. Münsteraner wird es freuen, dass sie in dem Tatort vieles aus ihrer Stadt wiedererkennen.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach

Da konnten auch die skurrilen Verdächtigen, die das Klischee der abgehobenen Künstler erfüllten, nicht helfen. Der Fall blieb schwach, da er trotz der Vermutung, dass es weitere Tote geben würde, bis auf einen Moment kurz vor Schluss keinerlei Spannung aufbaute.

Zwar brachte die Episode mit dem Exzentriker „G.O.D.“ (Aleksandar Jovanovic) eine gleichermaßen charmante wie verstörende Figur ein, jedoch war dessen Einbindung zu penetrant darauf ausgerichtet, dass der Zuschauer ihn frühzeitig als Täter vermutete. Kunst war das selbst für Münster-Fans nicht.

 

Chronologie der Münster-Tatorte

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  • „Lakritz”, 2019

    Foto: WDR/Willi Weber
  • „Schlangengrube”, 2018

    Foto: Thomas Kost/WDR/ARD/dpa
  • „Gott ist auch nur ein Mensch“, 2017.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • „Fangschuss“, 2017.

    Foto: ARD
  • „Feierstunde“, 2016.

    Foto: ARD
  • „Ein Fuß kommt selten allein“, 2016.

    Foto: ARD
  • „Schwanensee“, 2015.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • „Erkläre Chimäre“, 2015.

    Foto: WDR
  • „Mord ist die beste Medizin“, 2014.

    Foto: ARD
  • „Der Hammer“, 2014.

    Foto: ARD
  • „Die chinesische Prinzessin“, 2013.

    Foto: ARD
  • „Summ, Summ, Summ“, 2013.

    Foto: Martin Menke/WDR
  • „Das Wunder von Wolbeck“, 2012.

    Foto: ARD
  • „Hinkebein“, 2012.

    Foto: WDR
  • „Zwischen den Ohren“, 2011.

    Foto: Thomas Kost
  • „Herrenabend“, 2011.

    Foto: WDR
  • „Spargelzeit“, 2010.

    Foto: WDR
  • „Der Fluch der Mumie“, 2010.

    Foto: ARD
  • „Tempelräuber“, 2009.

    Foto: ARD
  • „Höllenfahrt“, 2009.

    Foto: WDR/Michael Böhme
  • „Wolfsstunde“, 2008.

    Foto: Wdr Uwe Stratmann
  • „Krumme Hunde“, 2008.

    Foto: WDR/Guido Engels
  • „Satisfaktion“, 2007.

    Foto: WDR/Trambow
  • „Ruhe sanft“, 2007.

    Foto: Kirsten Neumann dpa
  • „Das zweite Gesicht“, 2006.

    Foto: WDR
  • „Das ewig Böse“, 2006.

    Foto: Nicole Fenneker dpa
  • „Der doppelte Lott“, 2005.

    Foto: ARD
  • „Der Frauenflüsterer“, 2005.

    Foto: WDR/Michael Böhme
  • „Eine Leiche zuviel“, 2004.

    Foto: WDR/Jürgen Thiele
  • „Mörderspiele“, 2004.

    Foto: WDR
  • „Sag nichts“, 2003.

    Foto: SWR/WDR/Michael Böhme
  • „Dreimal schwarzer Kater“, 2003.

    Foto: NDR/WDR/Michael Böhme
  • „Fakten, Fakten“, 2002.

    Foto: NDR/WDR/Michael Böhme
  • Der erste Münster Tatort „Der dunkle Fleck“. Erstausstrahlung 2002.

    Foto: Bernd Thissen

 

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