Folge „Gott ist auch nur ein Mensch“
So viel Münster steckte im Tatort

Münster -

Wie viel Münster steckt im Tatort? Wenn Thiel und Boerne ermitteln, bewegt diese Frage regelmäßig die Gemüter in der Stadt. In diesem Fall muss man feststellen: eine ganze Menge.

Montag, 20.11.2017, 16:11 Uhr

Folge „Gott ist auch nur ein Mensch“: So viel Münster steckte im Tatort
Jan Josef Liefers und Axel Prahl am Drehort im Innenhof von Münsters Rathaus. Foto: Matthias Ahlke

Ein Tatort über die Skulptur-Projekte , die im Film Skulptur-Tage heißen - da ist die Chance für Filmemacher natürlich günstig, viel von der Kunst in Münster zu zeigen. Und die Tatort-Macher haben die Gelegenheit genutzt. 

Gleich zu Beginn der Folge „Gott ist auch nur ein Mensch“ taucht ein Stück echtes Münster auf: WDR-Lokalzeit-Moderator Hendrik Schulte erzählt über „das bekannteste Ergebnis vergangener Skulptur-Tage“, die Giant Pool Balls von Claes Oldenburg - besser bekannt als die Aaseekugeln.

Pro-Cannabis-Protest

Und genau die spielen später eine wichtige Rolle. Thiels Vater installiert zusammen mit einer Kunststudentin eine vierte Kugel am Aasee, in deren Hohlraum sie einen Joint rauchen. Ob „Vaddern“ mit dieser Legalize-it-Aktion gegen die Ablehnung des Cannabis-Modellversuchs in Münster protestieren will?

Die Aaseekugeln sind freilich nicht die einzigen echten Skulpturen, die im Tatort auftauchen. Münster-Kenner können neben den Leichen-Skulpturen gleich ein ganzes Dutzend realer Kunstwerke entdecken (wie unsere Fotostrecke zeigt):

 

Echte und erfundene Skulpturen im Münster-Tatort

1/20
  • Skulpturen spielen eine wichtige Rolle im Münster-Tatort. Dabei zeigt der Krimi viel ‚echtes Münster‘. Die „Pool Balls“ von Claes Oldenburg, seit den Skulptur-Projekten 1977 am Aasee in Münster, sind Kulisse für eine Szene im neuen Münster-Tatort ‚Gott ist auch nur ein Mensch‘.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Im Tatort kommt eine vierte Kugel hinzu, in der ‚Vaddern‘ Thiel mit einer Kunststudentin einen Joint raucht.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Überhaupt haben die Tatort-Macher mehrere Kunstwerke in Münster gefilmt. So auch die ‚Himmlischen Masken‘ von Hervé Youmbi, Teil der Skulptur-Projekte 2017. An ihrem Standort am Überwasserfriedhof sind sie seit dem Ende der 100-tägigen Kunstschau allerdings nicht mehr zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Auch mit dabei: Die Skulptur ‚Ineinandergefügt‘ von Karl Ehlers (1977), die vor dem Allwetterzoo steht.

    Foto: Günter Benning
  • Im Sommer hat das Film-Team die ‚Matrix‘ über den Theaterinnenhof aufgenommen. Das Werk des Duos ‚CAMP‘ (Ahok Sukumaran und Shaina Anand) war Teil der Skulptur-Projekte 2017.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die ‚100 Arme der Guan-yin‘ des chinesischen Künstlers Huang Yong Ping waren Teil der Skulptur-Projekte 1997. Sie sind am Marienplatz zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Werk 'Zwei Pferde für Münster' von Stefan Huber am Kolde-Ring taucht auch im Tatort auf.

    Foto: Jan Hullmann
  • Die Friedenstaube von Rudolf Breilmann am historischen Rathaus ist direkt zu Beginn des Tatorts zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ebenfalls kurz im Bild: die Skulptur ‚Toleranz durch Dialog‘ von Eduardo Chillida.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Chillida-Skulptur wird in der Eingangsszene des Tatorts aber meist von dieser Clowns-Figur verdeckt, in der eine Leiche gefunden wird.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Henry Moores "Large Vertebrae" an der Himmelreichallee wird in einer kurzen Sequenz gezeigt.

    Foto: diverse
  • Auch Teil dieser Sequenz: die Wasserplastik des ZERO-Künstlers Heinz Mack und...

    Foto: Jan Hullmann
  • ...die ‚Abluftplastik‘ – von Friedrich Gräsel kunstvoll gestaltete Luftröhren.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch die in den letzten Tagen viel diskutierte Lichtinstallation von Otto Piene am LWL-Museum ist im Tatort zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Netter Gag für Eingeweihte: Nach einem Verhör mit G.O.D. nennt Thiel den exzentrischen Künstler einen Kasper-König.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Auf den Namen Kasper König hört im wirklichen Leben der Kurator der Skulptur-Projekte Münster.

    Foto: Bernd Thissen, dpa
  • Große Teile des Tatorts spielen hier: Die Kunstakademie am Leonardo-Campus wurde im Sommer zum Drehort.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Im Tatort findet hier die Eröffnung der ‚Skulptur-Tage‘ statt.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Dieser gelbe Kreisel ist in einer Szene an der Kunstakademie deutlich im Bild zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Studierende der Kunstakademie bewarben sich im Tatort (als Komparsen) um den Posten als Meisterschüler von G.O.D., doch diese Position übernahm schließlich Professor Boerne.

    Foto: Holger Krischke

 

Mehr zum Münster-Tatort

TV-Kritik zu „Gott ist auch nur ein Mensch“: Weder witzig noch spannend

Was passiert im Münster-Tatort? Ausführlicher Bericht zur Folge „Gott ist auch nur ein Mensch“

Netzreaktionen„Morderne″ Kunst mit Pulp-Fiction-Zitat

...

Rathausinnenhof, Aasee, Theater - gedreht wurde an zahlreichen Orten in Münster. Auch die Kunstakademie spielt eine wichtige Rolle. Hier sollen im Tatort die Skulptur-Tage eröffnet werden. Und: Hier sucht einer der Verdächtigen, der exzentrische Künstler G.O.D., seinen Meisterschüler aus. Echte Studentinnen und Studenten der Kunstakademie sind hier als Komparsen zu sehen. Ihre Werke fallen bei G.O.D. aber in Ungnade.

Münster-Tatort: "Gott ist auch nur ein Mensch"

1/20
  • Ein Toter in einer Skulptur: Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) schildert den Kommissaren Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Nadeshda Krustenstern (Friederike Kempter, 2.v.l.), was er auf den ersten Blick erkennen kann.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Beim neuen Münster-Tatort ‚Gott ist auch nur ein Mensch′ geht es um Kunst. Der Leichenfund findet kurz vor Eröffnung der „Internationalen Skulptur-Tage“ statt - eine Anspielung auf die realen Skulptur-Projekte.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Silke ‚Alberich′ Haller (ChrisTine Urspruch, links) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) untersuchen den Toten. Die Leiche wurde kunstvoll konserviert.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Zoltan Rajinovic (Aleksandar Jovanovic) ist unter seinem Pseudonym G.O.D. ein Star der internationalen Kunstszene. In Münster wird sein nächster Genie-Streich erwartet.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Der Aktionskünstler gerät schnell unter Verdacht: Kommissar Frank Thiel verhört ihn.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Prof. Borne beschreitet - wie so oft - bei den Ermittlungen eigene Wege. Er wird von  G.O.D. als Meisterschüler ausgewählt und kommt dem Verdächtigen so näher.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Der Künstler ist fasziniert vom Tod. Er stattet ‚Alberich′ und Boerne einen Besuch in der Rechtsmedizin ab.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Boerne erfährt mit dem Skalpell in der Hand, dass Zoltan Rajinovic alias G.O.D. für seine Kunst bis an die Grenze geht. Die Nähe zum Tod scheint ihn zu reizen.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Doch ist der Exzentriker mit den vielen Facetten auch ein Mörder?

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • „Wir haben einen kunstaffinen Serienmörder in Münster.″ In der Rechtsmedizin müssen Karl-Friedrich Boerne und Silke Haller einen weiteren Toten unter die Lupe nehmen, der in eine Skulptur verwandelt wurde.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • G.O.D. wartet im Verhörraum: Kann Kommissar Thiel ihm die Taten nachweisen? Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechtild Großmann) hat Zweifel.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Eine weitere Leiche? Nadeshda Krusenstern und Frank Thiel sind zum Aasee geeilt, wo eine neue Skulptur aufgetaucht ist. Die Kuratorin des international anerkannten Kunstereignisses, Klara Wenger (Victoria Mayer, 2.v.l.), beobachtet den Polizeieinsatz.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Am Tatort trifft Thiel auf "Vaddern" Herbert (Claus D. Clausnitzer, 3.v.rechts). Er kann dem Kommissar erklären, was hinter der Erweiterung des Kunstwerks "Giant Poolballs" steckt.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Der Serienmörder ist weiter auf freiem Fuß. Können die Internationalen Skulptur-Tage in Münster so überhaupt eröffnet werden? Kuratorin Klara Wenger (Victoria Mayer, rechts) muss die ersten Gäste noch vertrösten.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Die Staatsanwältin und Nika Wenger (Gertie Honeck, Mitte), die frühere Kuratorin der Internationalen Skulptur-Tage, kennen sich aus gemeinsamen Tagen in der Kommune. Kommissar Frank Thiel erfährt, dass er damals als kleiner Junge auch dort auftauchte.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • G.O.D. steckt in einer Krise und vertraut sich Nika Wenger an, die er schon lange kennt.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Roland Wenger (Matthias Bundschuh) ist Nikas Sohn. Er steht im Schatten seiner erfolgreichen Schwester Klara, die jetzt als Kuratorin agiert. Während der Internationalen Skulptur-Tage in Münster kümmert er sich im Art-Hotel um die Künstler.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Boerne versucht Thiel in der Kunstakademie von der Unschuld seines Meisters zu überzeugen.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Wer steckt hinter den Morden? Und schlägt der Täter bei der Eröffnung der Skulptur-Tage erneut zu? Thiel gerät bei seinen Ermittlungen unter Zeitdruck.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Die Folge ‚Gott ist auch nur ein Mensch′ zeigt ein überzeichnetes Bild der Kunst-Szene. Münsteraner wird es freuen, dass sie in dem Tatort vieles aus ihrer Stadt wiedererkennen.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach

Nacktes Vorbild

G.O.D. ist es auch, der einen Satz ausspricht, der auch zu den echten Skulptur-Projekten passen könnte: „Die Welt wird auf Münster schauen, wie sie noch nie auf Münster geschaut hat.“ Dieses Ringen um Aufmerksamkeit und Beachtung scheint auch die Künstlerin Swantje Hölzel umzutreiben, die Live-Übertragungen aus ihrem Unterleib anbietet. Diese Figur erinnert stark an die Künstlerin Milo Moiré, die bei den echten Skulptur-Projekten in Münster nackt über den Hafensteg spazieren wollte.

Am Ende spielt der Tatort mit der Frage, was denn nun Realität und was Fiktion ist: Der reale Konzeptkünstler Christian Jankowski tritt im Tatort als fiktionaler Kunst-Star Jan Christowski auf. In der Schlussszene landet sozusagen die ganze Tatort-Folge in seinem Koffer. Wird der Tatort damit zum Kunstwerk von Jankowski? Und landet der Koffer vielleicht in zehn Jahren als Skulptur in Münster? Wer weiß...

Tatort-Fliege

Den Weg vom Münster-Tatort in die Wirklichkeit hat eine Fliege genommen. Zumindest ihren Namen verdankt das kleine Insekt der Krimi-Reihe. In Anlehnung an den Spitznamen der Pathologie-Assistentin Silke „Alberich“ Haller heißt die Fliege „Hemeromyia alberichae“. „Sie wuselt wohl gerne an Leichen herum. Als ich das gehört habe, dachte ich: Na, das passt ja zu Alberich“, sagte Schauspielerin Christine Urspruch (47) der „Bild“-Zeitung. Die Fliege ist von dem Insektenforscher Jens Hermann Stuke entdeckt worden, der sie als „Tatort“-Fan nach der Krimifigur benannt hat. Liefers, im „Tatort“ als Rechtsmediziner zu sehen, war davon ebenfalls angetan: „Als Jan Josef von dem Namen erfuhr, hat er mir sehr lieb gratuliert“, sagte Urspruch der Zeitung.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5302097?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F1202578%2F
Sparkasse arbeitet Störungsfolgen ab
Symbolbild 
Nachrichten-Ticker