Maßnahme des Lärmaktionsplans
Mehr „Flüsterasphalt“ für Münster

Münster -

Viele Münsteraner, die an Hauptverkehrsstraßen wohnen, leiden unter Lärm. Die Stadt will daher weitere Straßenabschnitte mit sogenanntem Flüsterasphalt versehen.

Donnerstag, 31.03.2016, 09:00 Uhr

Am Cheruskerring wurde vor sieben Jahren „Flüsterasphalt“ verlegt, auch an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet hat die Stadt lärmminderndes Material verarbeitet. Zu ihnen sollen nun weitere Straßenabschnitte hinzukommen.
Am Cheruskerring wurde vor sieben Jahren „Flüsterasphalt“ verlegt, auch an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet hat die Stadt lärmminderndes Material verarbeitet. Zu ihnen sollen nun weitere Straßenabschnitte hinzukommen. Foto: Matthias Ahlke

An den Hauptverkehrsstraßen in der Innenstadt leiden viele Anwohner nicht nur unter erhöhtem Schadstoffausstoß, sondern auch unter Lärm. Dem will die Verwaltung jetzt entgegensteuern. Weitere Straßen im gesamten Stadtgebiet sollen in den kommenden Jahren mit lärmminderndem Asphalt, der oft auch als „ Flüsterasphalt “ bezeichnet wird, versehen werden.

Grundlage für diese Maßnahme ist der jetzt veröffentlichte Lärmaktionsplan der Stadt Münster . Er sieht zudem vor, auf etlichen Straßen in der City für die Dauer von zunächst drei Jahren Tempo 30 einzuführen (wir berichteten) und an der Grevener Straße und der Hüfferstraße den Straßenraum umzubauen.

Lärmmindernder Asphalt soll unter anderem an Grevener Straße, Hohenzollernring, Kanalstraße, Weseler und Hörsterstraße, Friesenring und Bahnhofstraße verlegt werden – nicht außer der Reihe, sondern im Rahmen ohnehin geplanter Fahrbahnerneuerungen, betont Alexander Buttgereit vom städtischen Tiefbauamt. Statt üblichem Asphalt lärmmindernden zu verlegen, mache bei den Kosten keinen Unterschied, betont er. Zugleich stellt er klar, dass die Bezeichnung „Flüsterasphalt“ aus Expertensicht nicht richtig sei: „Flüsterasphalt“ sei wasserdurchlässig und werde ausschließlich auf Autobahnen verlegt, lärmmindernder Bodenbelag hingegen sei nicht wasserdurchlässig.

Interessantes Detail am Rande: Die letztere Variante kommt laut Buttgereit nur auf Hauptverkehrsstraßen zum Einsatz – dort, wo Tempo 30 vorgeschrieben ist, habe dieses Material keine Wirkung: „Es wirkt erst, wenn Autos schneller als 30 Stundenkilometer fahren.“

Die Anlieger profitieren nach Angaben der Verwaltung stark von lärmminderndem Asphalt, die Belastung gehe mehrere Dezibel zurück. Und auch nach mehreren Jahren Abnutzung sei das von Laien als „Flüsterasphalt“ bezeichnete Material immer noch leiser als normaler Asphalt. Einen Nachteil habe der lärmmindernde Asphalt aber doch: Fahrbahnen, auf denen er zum Einsatz kommt, müssten schneller erneuert werden.

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