Statistik der Stadt Münster
70 000 haben eine Migrationsgeschichte

Münster -

Fast jeder Vierte, der zurzeit in Münster lebt, hat seine Wurzeln woanders. Das geht aus einer Statistik der Stadt hervor.

Dienstag, 05.04.2016, 21:04 Uhr

Das Ensemble des Theaters Cactus spiegelt wider, wie groß die Diversität in Münster ist.
Das Ensemble des Theaters Cactus spiegelt wider, wie groß die Diversität in Münster ist. Foto: Petra Noppeney

Laut der jetzt veröffentlichten Statistik der Stadtverwaltung haben knapp 23 Prozent der Menschen, die in Münster ihren Erst- oder Zweitwohnsitz haben, eine Migrationsvorgeschichte – das entspricht annähernd 70 000 der 305 000 Einwohner, die in der Stadt am Stichtag 31. Dezember 2015 lebten. Bei 3741 Personen handelt es sich um Männer und Frauen, die zu diesem Zeitpunkt in den münsterischen Flüchtlingsunterkünften gemeldet waren.

Die Verwaltung unterscheidet in ihrer Statistik verschiedene Migrationsvorgeschichten. Bei 30 000 der 70 000 betroffenen Personen handelt es sich um Ausländer – also Menschen, die eine fremde erste Staatsangehörigkeit besitzen, staatenlos sind oder deren Staatsangehörigkeit nicht geklärt ist. Weitere 28 000 Personen sind Deutsche mit persönlicher Migrationsvorgeschichte. Dazu zählen Heimatvertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler sowie weitere Eingebürgerte. Schließlich befinden sich unter den 70 000 knapp 12 000 Deutsche mit einer vererbten Migrationsvorgeschichte. Dabei handelt es sich um Kinder, die mit Eltern mit persönlicher Migrationsvorgeschichte in einem Haushalt leben – wie Kinder von Heimatvertriebenen. In diese Kategorie fallen auch Personen, bei denen nur ein Elternteil eine Migrationsvorgeschichte hat.

Die zahlenmäßig meisten Menschen mit Wurzeln in der Fremde leben im Stadtbezirk Mitte – rund 20 000. Es folgen die Stadtbezirke West, Nord und Hiltrup . Mit rund 10 000 Personen ist auch die Zahl der Ausländer im Stadtbezirk Mitte am höchsten. Die Gesamteinwohnerzahl liegt hier übrigens bei rund 125 000.

Auf die Alterspyramide der Stadt Münster haben die Migranten einen positiven Einfluss. Sie verstärken die ohnehin starke, junge Gruppe der 20- bis 35-Jährigen weiter (unter denen natürlich auch viele Studierende sind).

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