Preußen reagieren auf Rauch-Attacken
Preußen verhängen Blocksperre

Münster -

Fußball-Drittligist Preußen Münster hat für die kommenden Heimspiele am Freitag gegen den 1. FC Magdeburg und am 7. Mai gegen Dynamo Dresden den Block N für Zuschauer gesperrt.

Dienstag, 19.04.2016, 11:15 Uhr

Viel Rauch im Preußenstadion, nun wurde der Block N für zwei Heimpartien gesperrt.
Viel Rauch im Preußenstadion, nun wurde der Block N für zwei Heimpartien gesperrt. Foto: Alexander Heflik

Dauerkarten-Inhaber können ihre Tickets gegen Stehplätze im Block L umtauschen. Zudem gibt es ein Fahnenverbot im Stadion. Damit reagierte der Verein auf die Pyro-Aktion in der sogenannten Fiffi-Gerritzen-Kurve im Heimspiel gegen Energie Cottbus, in dem nach Polizei-Angaben 60 Rauchtöpfe gezündet worden waren, die das Stadion kurzzeitig einnebelten.

Mittlerweile liegen sechs Meldungen von Personen, die durch die große Rauchentwicklung verletzt worden waren, bei der Polizei vor. Die öffentliche Fahndung nach einem Tatverdächtigen zeigte einen ersten Erfolg, ein 19 Jahre alter Münsteraner meldete sich am Sonntag bei der Polizei, machte aber keine Angaben zur Sache. Die Polizei schloss nicht aus, mithilfe eines richterlichen Beschlusses eine zweite öffentliche Täterfahndung zu starten.

Die Blocksperre von Seiten des Vereins war erwartet worden. Bereits vor einem halben Jahr hatte der SCP nach Vorfällen mit Pyrotechnik im Heimspiel gegen Rostock so gehandelt – und damit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB ) eine milde Strafe erhalten. Bis Montag musste der Verein beim nationalen Verband eine Stellungnahme abgegeben haben, dann erst wird das DFB-Sportgericht entscheiden.

Präsidiumsmitglied Siggi Höing erklärte zu der Vereinsmaßnahme, dass „unbeteiligte Stadionbesucher zu Schaden gekommen sind“ und deshalb der Verein zum Handeln gezwungen worden sei. Außerdem hätten die Täter ohne jegliche Rücksichtnahme auf „mehrere Hundert Kinder im angrenzenden Block O“ die Rauchtöpfe gezündet.

Das Fanprojekt des SC Preußen begrüßte die Entscheidung des Clubs nicht. Man hätte sich „eine weniger konfrontative Haltung aller Seiten in der aktuellen Diskussion rund um die aktiven Fans gewünscht“. So stand es in einer Pressemitteilung. Das Fanprojekt fordert den Einsatz eines Mediators.

Club-Chef Georg Krimp­hove erklärte, dass der Verein für alle Lösungsansätze offen sei, auch für den Einsatz eines Mediators. Aber, so Krimphove weiter: „Wir haben die Blocksperre nicht gerne verhängt und würden es gerne anders machen. Im Moment ist das aber für uns alternativlos.“ 

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