Mehr Integrationshilfen
Flüchtlinge haben auch Pflichten

Münster -

Dass der Stadt Münster seit Mitte Februar kaum neue Flüchtlinge zugewiesen wurden, nutzt die Verwaltung als willkommene Verschnaufpause um bis zum nächsten bereits erwarteten Ansturm die Integrationshilfen zu verstärken.

Freitag, 22.04.2016, 12:04 Uhr

Der Zuzug von Flüchtlingen wird in Münster voraussichtlich wieder zunehmen. Wie ihre Integration gelingen kann, darüber diskutierten Politiker und Mitarbeiter der Sozialverwaltung mit Bürgern am Mittwochabend im Paulinum.
Der Zuzug von Flüchtlingen wird in Münster voraussichtlich wieder zunehmen. Wie ihre Integration gelingen kann, darüber diskutierten Politiker und Mitarbeiter der Sozialverwaltung mit Bürgern am Mittwochabend im Paulinum. Foto: Patrick Pleul

„Über Herausforderungen, Auswirkungen, aber auch Chancen der Zuflucht-Suchenden“, informierte und diskutierte Oberbürgermeister Markus am Mittwochabend mit weiteren Vertretern aus der Politik und Sozialverwaltung mit interessierten Bürgern in der Aula des Paulinums.

Die war eher spärlich gefüllt – die Organisatoren hatten offensichtlich mit mehr Interessenten gerechnet. In der Diskussion hielten sich Flüchtlingshelfer auch mit kritischen Anmerkungen nicht zurück. „Von Rechten, aber auch Pflichten der Flüchtlinge“ war die Rede. Und das gelte nicht nur für den gewissenhaften Besuch von Sprachkursen. „Angebote für Praktika oder Betriebsbesuche werden kaum genutzt“, monierte ein Bürger. Zudem könnten Flüchtlinge stärker in Aktionen wie „ Münster räumt auf“ eingebunden werden, hieß es. Angeregt wurde auch eine Internetseite, auf der sich Ehrenamtliche mit Hilfsangeboten melden könnten. Etwa so: „Pensionierter Lehrer bietet fünf Stunden Sprachunterricht pro Woche.“ Beim Sozialamt als auch in der Freiwilligenagentur gebe es aber bereits Ansprechpartner, die bürgerschaftliches Engagement koordinieren, betonte Sozialdezernentin Cornelia Wilkens .

Die Stadt biete rund 4000 Flüchtlings-Plätze in insgesamt 70 Unterkünften. Nur ein Fünftel davon seien feste Unterkünfte. Weitere 550 Unterbringungsplätze plant die Stadt nach Aussagen von Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann unter anderem an der Bahlmannwiese, an der Borkstraße, am Buldernweg, am Dahlweg und an der Wienburgstraße.

Es gelte, „die Flüchtlinge mit hoher Bleiberechtsperspektive möglichst schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, darunter 1200 Syrer, so Arnkens-Homann. Von durchweg positiven Erfahrungen bei der Integrationsarbeit berichtete Hans-Peter Kosmider von der Bürgerstiftung.

Beruhigende Nachrichten hatte der Leiter des Schwerpunktbezirks Süd der Polizei , Ralf Zickelkau. Die Zahl der Straftaten sei im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahr sogar um 15 Prozent zurückgegangen.

Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister appellierte ebenso wie Oberbürgermeister Markus Lewe, den Flüchtlingen, die ihre Heimat verloren haben, „in Münster ein Stück Zuhause zu geben“.

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