Ein echter Herrgottschnitzer
Kettensäge dröhnt für Abbild des Telgter Gnadenbildes

Münster -

Das ist was für Grobmotoriker. Ernst Franz schnitzt mit der Kettensäge, bevor es an die Feinarbeit geht.

Mittwoch, 04.05.2016, 11:00 Uhr

Ein Abbild des Telgter Gnadenbildes fertigt der Holzschnitzer Ernst Franz an. Im Kirchenfoyer zeigt er seine Arbeiten.  
Ein Abbild des Telgter Gnadenbildes fertigt der Holzschnitzer Ernst Franz an. Im Kirchenfoyer zeigt er seine Arbeiten.   Foto: Matthias Ahlke

Ein echter Herrgottschnitzer ist im Marienmonat Mai an der Lambertikirche in seinem Element zu erleben. Um eine Muttergottes aus bayrischem Lindenholz in Form zu bringen, muss er sogar zur Kettensäge greifen. Ernst Franz aus Unterammergau ist ein begnadeter Künstler, dessen interessante Arbeiten auch im Kirchenfoyer an der Salzstraße 1 ausgestellt sind.

Was er zu seinem Künstlerglück braucht, ist ein scharfes Schnitzeisen und einen Klüpfel (ein hölzerner Hammer). Der Holzbildhauer lebt bis Juni sein Talent in Münster aus und fühlt sich im Priesterseminar wohl. Franz kennt Münster aus einer Kunstaktion vor der Jugendkirche, vermisst momentan seine Bergwelt nicht und findet: „Münster ist schön.“

Bei seinem Einsatz in robuster Handwerkerkluft mit Helm und Gesichtsschutz ausgestattet, blickt er immer auf zu der berühmten Vorlage – auf das Gnadenbild von Telgte , das aus Pappelholz geschnitzt ist. Unzählige Menschen pilgern zur schmerzhaften Muttergottes, um ihre Nöte vorzutragen und Kraft zu erbitten. Und das soll am 4. September nicht anders sein, wenn die Stadtwallfahrt nach Telgte um 7 Uhr startet.

Rupert König , Leiter des Kirchenfoyers, hat dieses schnitzende Schauspiel inszeniert, in Abstimmung mit Weihbischof Zekorn, Stadtdechant Jörg Hagemann, Wallfahrtsdirektor Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes und Probst Dr. Michael Langenfeld. „Es soll nicht eine Kopie dieses einzigartigen Gnadenbildes werden, sondern ein Abbild, das durch seine Andersartigkeit auf das Original und seine Geschichte verweist und zu ihm hinführen soll“, sagt König.

Mit dieser Aktion wird für die Stadtwallfahrt geworben. Das Abbild, etwa 1,20 Meter groß und 50 Kilogramm schwer, soll die 15 Kilometer nach Telgte getragen werden. Später wandert es durch die Pfarreien, bevor es einen würdigen Platz erhält, so König. Mit Blick auf die Aktion feiert Weihbischof Zekorn am 10. Mai um 18 Uhr eine Marienandacht im Kirchenfoyer.

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