Kostensteigerung
Teurer Dachschaden an der Halle Münsterland

Münster -

Schlechte Nachrichten für Münsters klamme Stadtfinanzen: Hintergrund ist die Dachsanierung an der Halle Münsterland.

Samstag, 07.05.2016, 21:05 Uhr

Die Dachsanierung am Congress-Centrum der Halle Münsterland wird vorbereitet.
Die Dachsanierung am Congress-Centrum der Halle Münsterland wird vorbereitet. Foto: Matthias Ahlke

Den Dachschaden an der Halle Münsterland zu beheben, wird deutlich teurer als erwartet: Die Stadt muss dafür insgesamt gut 4,8 Millionen Euro in die Hand nehmen. Das sind 600 000 Euro mehr im Vergleich zur ursprünglichen Kostenschätzung. Die aktuelle Konjunkturlage und die komplexe Baumaßnahme werden vom Amt für Immobilienmanagement als Kostentreiber benannt. Das geht aus einer Aufstellung der Stadtverwaltung für die Rats­politiker hervor. Denn diese müssen die bereits per Dringlichkeitsentscheidung auf den Weg gebrachten Bauarbeiten am Kongress-Saal in ihrer Sitzung am Mittwoch noch absegnen.

Eine Alternative scheint es dafür aber kaum zu geben: Denn eigens für die schon länger geplanten Sanierungsarbeiten am Dach hat die Halle Münsterland den Kongressbereich im Zeitraum von Mai bis September dieses Jahres veranstaltungsfrei gehalten. Werden die Arbeiten nicht in dieser Zeitspanne durchgeführt, „ist eine Realisierung aufgrund bereits gebuchter Veranstaltungen erst wieder in einigen Jahren möglich“, heißt es. „Das ist aufgrund der vorhandenen statischen Probleme im Dachtragwerk und aufgrund der Undichtigkeiten im Deckenbereich nicht sinnvoll“, mahnt die Stadtverwaltung. Allenfalls Maßnahmen im Innenbereich könnten auf spätere Jahre geschoben werden. Das würde jedoch teurer. Und: Das geplante Erscheinungsbild entspräche vorerst nicht dem Ansehen des Betreibers.

Wer in dieser Woche über den Albersloher Weg gefahren ist, hat bereits sehen können, wie Bauzäune und ein riesiger Kran rund um den stillgelegten Kongress-Bereich in Stellung gebracht wurden. „Das Dach wird komplett entfernt und ein neues aufgesetzt“, beschreibt der zuständige Projektleiter Siegfried Methner aus dem Amt für Immobilienmanagement das Vorgehen. Kein leichtes Unterfangen: Schließlich muss die vorhandene Konstruktion künftig das neue halbrunde Tonnendach tragen, wie Meth­ner betont. Da waren die Statiker bereits im Vorfeld intensiv gefordert. Die Sanierung steht unter enormem zeitlichem Druck: Bereits Mitte September soll das Kongress- und Veranstaltungsgeschäft an der Halle Münsterland nämlich wieder Fahrt aufnehmen.

Der eng gesteckte Zeitrahmen und die Komplexität der Aufgabe scheinen bei der Ausschreibung für die Arbeiten jedenfalls nicht förderlich gewesen zu sein. Im ersten Anlauf wurden neun Firmen aufgefordert, ein Angebot für den Rück- und Neubau des Dachs abzugeben: Nur eine meldete sich zurück, 189 Prozent teurer, als die städtische Kostenberechnung vorsah. „Wir haben die falsche Zeit erwischt“, stellt Methner unter Verweis auf den brummenden Markt fest. Denn auch bei den neuerlichen Ausschreibungen konnte die Kostenschätzung nicht eingehalten werden.

Was würde ein Verzicht auf die Sanierung heißen? „Ab fünf Zentimeter Schneehöhe muss man das Dach freischippen“, so der Projektleiter. Die mangelnde Tragfähigkeit der Kongress-Halle war im Zuge einer Überprüfung nach dem Einsturz der 08-Sporthalle im Jahr 2010 festgestellt worden.

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