Ombudsstelle für Kunden des Jobcenters
Allein das Zuhören hilft schon

Münster -

Wer Probleme mit dem städtischen Jobcenter hat, weil er zum Beispiel eine Leistung verweigert wird, kann sich an die unparteiische Ombudsstelle wenden.

Freitag, 20.05.2016, 16:05 Uhr

Die Ombudsstelle für Kunden des städtischen Jobcenters wird von Christina Möller (v.l.) geführt. Saeid Samar, Alexandra Hippchen, Gabriele Brüggemeyer, Dr. Helmut Mair und Adolf Brosthaus kümmern sich als Ombudsleute um die Ratsuchenden.
Die Ombudsstelle für Kunden des städtischen Jobcenters wird von Christina Möller (v.l.) geführt. Saeid Samar, Alexandra Hippchen, Gabriele Brüggemeyer, Dr. Helmut Mair und Adolf Brosthaus kümmern sich als Ombudsleute um die Ratsuchenden. Foto: gh

Verspätete Leistungen, verlorene Unterlagen, gestrichenes Geld, Mitarbeiter des Jobcenters , die für ihre Kunden nicht zu erreichen sind: Häufig sei es ein ganzes Knäuel von Problemen, mit denen Kunden des städtischen Jobcenters in der Ombuds­stelle auftauchten. Dann liegt es an den fünf ehrenamtlichen Ombudsleuten, in direkten Gesprächen den eigentlichen Knackpunkt herauszufiltern. „Wir hinterfragen, warum es zwischen Kunde und Berater hakt“, sagt Ombudsmann Dr. Helmut Mair .

67 Fälle verzeichnete die Ombuds­stelle für Kunden des Jobcenters in Münster im vergangenen Jahr. Bei 20 000 Kunden im Jobcenter eine geringe Zahl, wundert sich Ombudsfrau Gabriele Brüggemeyer . Das Gremium ist darum überzeugt, dass es seine Arbeit noch bekannter machen muss.

Viele Menschen trauten sich aber nicht, mit ihren Anliegen zu ihnen zu kommen. Ob aus Unwissenheit oder aus Resignation? Alexandra Hippchen betont: „67 Ratsuchende sind nur die Spitze des Eisberges.“ Die evangelische Pfarrerin unterstreicht mehrfach die unparteiische Haltung der Ombuds­stelle.

Die Ehrenamtlichen stellen aber auch nicht die Arbeit des Jobcenters in Frage. Ihnen gehe es darum, so Mair, mit den Ratsuchenden einen Handlungsplan zu entwickeln. „Bei uns können die Kunden Dampf ablassen“, fügt Gabriele Brüggemeyer hinzu. Allein das Zuhören helfe schon. Der Kreis der Ombudsleute möchte nur Empfehlungen aussprechen und könne keine Sozialberatung abgeben. Dafür verweist er an zahlreiche Adressen in der Stadt, die in einem Faltblatt zusammengefasst worden sind.

Das Team der Ombudsstelle arbeitet seit dem Jahr 2012 zusammen, nachdem der Rat der Stadt Münster das Gremium offiziell abgesegnet hatte. Im vergangenen Jahr erweiterte der Rat die Kompetenzen. Die Ehrenamtlichen sind nun befugt, die Probleme der Kunden direkt mit dem jeweils zuständigen Mitarbeiter im Jobcenter zu klären.

Diese kurzen Wege seien erfolgreich, so Alexandra Hippchen. Vorteilhaft sei aber auch die Einrichtung einer festen Geschäftsstelle im Stadthaus 1, die von Christina Möller organisiert und begleitet wird.

Dort tauchte zum Jahresbeginn auch eine Ratsuchende auf, die seit Januar einen Antrag für einen Vorschuss gestellt habe, berichtet Ombudsmann Saeid Samar. Die Frau sei in den folgenden Monaten vier Mal aufgefordert worden, weitere Unterlagen einzureichen. Erst ein Anruf des Ombudsmannes habe den bürokratischen Hindernislauf beendet.

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