Stadt verleiht Silbernes Rathaus an Friedrich-Adolf Jahn und Klaus Meier
Immer für die Einheit eingesetzt

Münster -

Nein, diese Einladung der Stadt Münster wollte sich Dr. Friedrich-Adolf Jahn partout nicht nehmen lassen: Er erhielt am Montag das Silberne Rathaus – wie auch Klaus Meier.

Montag, 30.05.2016, 20:05 Uhr

Silbernes Rathaus für zwei verdiente Münsteraner:   Dr. Friedrich-Adolf Jahn (l.) und Klaus Meier (r.) erhielten von Oberbürgermeister Markus Lewe am Montag diese Auszeichnung.
Silbernes Rathaus für zwei verdiente Münsteraner:   Dr. Friedrich-Adolf Jahn (l.) und Klaus Meier (r.) erhielten von Oberbürgermeister Markus Lewe am Montag diese Auszeichnung. Foto: Oliver Werner

Trotz angeschlagener Gesundheit, im Rollstuhl sitzend, zeigte sich der 81-Jährige als ehemaliger Vorsitzender des Vereins Freunde Mühlhausens unbeirrbar: „Halten wir den Tag der Deutschen Einheit in Ehren – auch wenn mal der Zeitgeist entgegenstehen sollte“, gab der langjährige CDU-Bundespolitiker rund 70 Gästen in der Rüstkammer des Rathauses mit auf den Weg.

Für ihren unermüdlichen Einsatz um die Städtefreundschaft zwischen Münster und dem thüringischen Mühlhausen zeichnete Oberbürgermeister Markus Lewe Jahn und seinen Mitstreiter Klaus Meier am Montag mit dem Silbernen Rathaus aus, eine Anstecknadel in Form eines Rathauses. Sie wird verliehen an Personen, die sich in besonderer Weise für die Stadt Münster engagiert haben.

Jahn und Meier seien im Leben geprägt von zwei wichtigen Erfahrungen, hob der Oberbürgermeister in seiner Laudatio hervor: „Nie wieder Krieg“ und „Wir gehören zusammen“ waren nach Lewes Worten die Antriebsfeder ihres Tuns. Dieses mündete kurz nach der Wende in der Gründung des Vereins Freunde Mühlhausens e.V.

25 Jahre stellten sich Jahn als Vorsitzender und Meier, gebürtig aus Mühlhausen, als Geschäftsführer in den Dienst des Vereins. Ehrenamtlich versteht sich. Diesen Einsatz zu würdigen, darum ging es Lewe mit der Auszeichnung. „Der Verein hat eine Basis gelegt für das gefühlte Miteinander“, richtete das Stadtoberhaupt den Blick auf die friedliche Wiedervereinigung – „das große Wunder der deutschen Nachkriegsgeschichte“.

Zugleich sei die Verleihung des Silbernen Rathauses als „Auszeichnung für alle, die sich miteingesetzt haben“, zu verstehen, betonte der Oberbürgermeister. Kurz bevor er zur Tat schritt, verband er die Dankbarkeit, 71 Jahre in Frieden leben zu können, mit dem Appell für Zuversicht und Vertrauen.

Klaus Meier erinnerte in seinen Dankesworten an die Entstehung der „Städtefreundschaft“ zwischen Münster und Mühlhausen. Für eine offizielle Partnerschaft beider Städte sahen die alten DDR-Kader damals „keinen Bedarf“. So entstand nach einigem Hin und Her die Städtefreundschaft, die der münsterische Verein Jahr für Jahr mit vielfältigen Aktivitäten stärkte. „15 000 Münsteraner sind in Mühlhausen gewesen – eine stattliche Zahl“, freute sich Meier.

Friedrich-Adolph Jahn nutzte die Gelegenheit, um Meier als „engagiertem Verfechter der Wiedervereinigung“ sowie seinem Nachfolger im Vorsitz bei den Freunden Mühlhausens, Dr. Rüdiger Holtmann, zu danken. Die Deutsche Einheit nannte Jahn ein „Geschenk des Himmels“. Er appellierte im Engagement um das Miteinander – auch in der Gemeinschaft zwischen Münster und Mühlhausen – nicht nachzulassen. Jahns Schlusswort: „Wir alle sind dabei gewesen, tun wir weiter unsere Pflicht.“

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