Akademie feiert am Freitag 25-jähriges Bestehen
Design und Handwerk ergänzen sich

Münster -

Die Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster feiert am heutigen Freitag ihr 25-jähriges Bestehen. Sie präsentiert dabei auch die Ergebnisse der Designwoche.

Freitag, 10.06.2016, 13:06 Uhr

Studierende der Akademie und Flüchtlinge stehen auf Haus Kump zurzeit gemeinsam an der Werkbank. Constanze Unger (2.v.r.) ist gespannt auf die Ergebnisse.
Studierende der Akademie und Flüchtlinge stehen auf Haus Kump zurzeit gemeinsam an der Werkbank. Constanze Unger (2.v.r.) ist gespannt auf die Ergebnisse. Foto: gh

Constanze Unger ist überzeugt: „Design und Handwerk gehören unabdingbar zusammen.“ Lange Jahre musste die Leiterin der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster dafür in machen Betrieben noch dicke Bretter bohren und für die Gestaltung im Handwerk werben. Heute, freut sich die 63-jährige Akademiegründerin, sehen zunehmend mehr Betriebe ihre Chance gerade in der Gestaltung. Nicht ohne Grund feiert die Akademie darum am heutigen Freitag auf Haus Kump ihr 25-jähriges Bestehen.

Vorgängerin war übrigens die Werkkunstschule, die aber von der Fachhochschule geschluckt wurde. Dem gestalterischen Nachwuchs im Handwerk war damit zunächst ein Ausbildungsweg genommen worden – bis die Akademie aus der Taufe gehoben wurde.

Hunderte von Handwerker haben inzwischen Seminare und Bildungsgänge besucht. „Der Umzug zum Haus Kump war ein Riesenschritt für uns“, so Unger. Die Akademiebesucher absolvieren den Gestalter im Handwerk oder nehmen am Fortbildungsstudium teil. Wobei der Bachelor-Abschluss bisher nur im Ausland anerkannt wird, bedauert Unger. Handwerker reisen darum unter anderem nach Basel, um ihren Master nachzulegen.

Voraussetzung für den Besuch der Akademie für Gestaltung, ein Kompetenzzentrum der Handwerkskammer, aber ist eine Gesellenausbildung unter anderem zum Tischler, Raumausstatter, Metallbauer, Steinmetz, Goldschmied, Fotografen, Maßschneider und Maler. Wobei die Fortbildungen nach Meinung der Leiterin nicht an Kosten scheitern dürften und verweist auf Meisterbafög und Zuschüsse.

Unger freut sich, dass vor allem junge Handwerker erkannt haben, dass sie über die Gesellenprüfung hinaus Karriere machen können. Sie lernen, Ideen für Produkte zu entwickeln, beschäftigen sich mit Marktanalysen und lernen den Umgang mit Kunden. „Es nutzt nichts, nur schöne Dinge zu machen, wenn man nicht weiß, wie diese Produkte an den Mann oder die Frau gebracht werden können“, sagt Constanze Unger.

Die Leiterin der Akademie stellt fest, dass in den Betrieben ein Umdenken in der Kundenansprache stattfindet. Umgekehrt nimmt aber bei Verbrauchern die Wertschätzung fürs Handwerk zu, stellt Unger fest. Ihr Ziel: „Wir möchten das Image des Handwerks verbessern.“ Costanze Unger selber ist Designerin, außerdem hat sie noch ein Lehramtsstudium nachgeschoben.

Abschluss der Designwoche

„Heimat erinnern – sich in Münster orientieren – kreativ sein“, so lautet das Thema der Designwoche der Akademie für Gestaltung auf Haus Kump. „Wir möchten uns aber nicht nur um uns selbst drehen“, betont Akademieleiterin Constanze Unger und forderte darum Handwerker unter den Flüchtlingen auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Das Ergebnis ist bunt, 16 Frauen und Männer meldeten sich. Neben einem Konditormeister aus dem Irak wirken ein Polsterer aus Afghanistan und unter anderem ein Modedesigner aus Aleppo mit. Die Ergebnisse werden heute zwischen 15 und 17 Uhr auf Haus Kump, Mecklenbecker Straße 252, präsentiert. Um 17 beginnt die Jubiläumsfeier mit einem Vortrag von Hermann Eiling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster.

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