Neue Torte kreiert
Regionalität zergeht auf der Zunge

Münster -

Stippmilch und Pumpernickel zergehen auf der Zunge: Drei regionale Betriebe liefern Zutaten für eine neue Tortenkreation. Beteiligt ist auch eine angehende Konditorin, die als Praktikantin im Hotel Sacher tätig war.

Freitag, 17.06.2016, 07:06 Uhr

Die neue Torte mit Stippmilch und Pumpernickel stellen (v.l.) Leonard Große Kintrup, Friederike und Barbara Altrogge und Ralf Ilgemann vor.
Die neue Torte mit Stippmilch und Pumpernickel stellen (v.l.) Leonard Große Kintrup, Friederike und Barbara Altrogge und Ralf Ilgemann vor. Foto: gh

Stippmilch ist ein Begriff – aber nur in Westfalen. Und dann meistens auch als Dessert. In der Kombination mit Pumpernickel, Kirschen und einem passenden Rezept ist die Stippmilch jetzt zu einer Torte kreiert worden. Die ersten Kostproben ließen sich Gäste von Konditormeister Ralf Ilgemann schmecken. Beim Gourmetfest „Münster verwöhnt“ am 1. Juli wird die Torte ihren Auftritt haben.

Regionalität , sagen die Inhaber der beteiligten Betriebe, Café Classique, Milchhof Leonard Große Kintrup und Barbara Altrogge von der Bäckerei Prünte, sei heute zunehmend ein Thema unter den Verbrauchern.

Milchbauer Leonard Große Kintrup, der 200 Kühe im Stall stehen hat und den das Thema Milchquote und Milchpreise wie viele Landwirte umtreibt, ist nach eigenen Angaben nicht bereit, in den Preiskampf einzusteigen. Im Gegenteil, sagt der Betreiber des Hofes, er habe noch nie so viel Milch wie in den vergangenen drei Monaten umgesetzt. „Es läuft super“, fügt er hinzu. Große Kintrup möchte die Milch nicht verscherbeln. Jede seiner Kühe gebe pro Jahr etwa 10 000 Liter Milch. Zu seinen Kunden zählen Endverbraucher, Betriebe und auch Edeka- und Rewe-Filialen. Der Landwirt stellt fest, dass sich inzwischen Verbraucher täglich bei ihm erkundigten, ob das Geld, das sie für die Produkte zahlten, tatsächlich bei ihnen als Erzeuger ankommen würde. Die Verbraucher seien bereit, faire Preise zu bezahlen, so der Milchbauer.

Über Preise lässt aber auch Barbara Altrogge trotz des Wettbewerbs nicht mit sich reden. Mit Pumpernickel setzt Prünte auf Qualität und auf Rohstoffe aus der Region, sagt die Handwerksmeisterin.

Die Regionalität stand darum bei Ralf Ilgemann im Vordergrund, als er die neue Torte kreierte. Mit im Team war Friederike Altrogge. Die 21-Jährige lernt im Café Classique den Konditorenberuf, ist im zweiten Lehrjahr und hat konkrete Ziele vor Augen. Anfangs, sagt sie rückblickend, sah der berufliche Werdegang nicht danach aus. Nach dem Abitur am Gymnasium St. Mauritz absolvierte sie ein Soziales Jahr am UKM und stieg ins Studium ein. Doch die Fächer Italienisch und Theologie waren es nicht, Friederike Altrogge hatte schon lange eine Ausbildung im Hinterkopf, von der ihr allerdings andere – nicht die Eltern – abgeraten hätten. Die 21-Jährige, die mit vier Geschwistern immer im elterlichen Prünte-Betrieb mitgeholfen hat, fragte bei Ralf Ilgemann nach einem Ausbildungsplatz und ist jetzt im zweiten Lehrjahr. Und sie ist glücklich über die Berufswahl.

Gerade hat die Auszubildende an einem EU-Projekt teilgenommen mit einem Praktikum im Hotel Sacher in Wien. „Eine mega Erfahrung“, sagt die junge Frau, die im Hotel Sacher Torten dekorieren durfte. Dort ist mit Michael Klein als Chef-Pâtissière auch ein ehemaliger Azubi von Ralf Ilgemann beschäftigt. Das größte Hindernis aber sei für sie zunächst die Sprache gewesen, so Friederike Altrogge, die bei ihrer Reise auch Pumpernickel aus dem Elternhaus mit im Gepäck hatte.

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