Luzia Bruns arbeitete im Partnerdorf der Uganda-Hilfe
In der Fremde schnell zu Hause

Münster -

Wer in Afrika in einer Krankenstation arbeite, der muss nicht erst überlegen, was man machen kann. Die Arbeit ergibt sich von selbst.

Sonntag, 24.07.2016, 07:00 Uhr
Bei den Impfaktionen, an denen Luzia Bruns mitwirkte, kam meist die komplette Dorfjugend zusammen. 
Bei den Impfaktionen, an denen Luzia Bruns mitwirkte, kam meist die komplette Dorfjugend zusammen.  Foto: Uganda-Hilfe St. Mauritz

Diese Erfahrung hat die 18-jährige Münsteranerin Luzia Bruns gemacht. Sie hat drei Monate lang in Obiya Palaro gelebt, dem Partnerdorf der Uganda-Hilfe St. Mauritz . Mit Hilfe der WN-Spendenaktion entstand dort vor 20 Jahren eine Krankenstation , die jetzt – wiederum mit Hilfe einer Spendenaktion – um ein kleines Krankenhaus ergänzt wird.

Wie Luzia Bruns im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, hat sie sich schon am ersten Abend in Obiya Palaro wie zu Hause gefühlt. „Die Menschen sind sehr gastfreundlich und offen.“

Zusammen mit den hauptamtlichen Kräften der Krankenstation fuhr die Münsteranerin regelmäßig in die abgelegenen Dörfer rund um Obiya Palaro, um dort Impfaktionen durchzuführen: „In der Hauptsache Polio, Tollwut und Hepatitis.“

Schnell fand Bruns heraus, dass „ältere Frauen“ in den afrikanischen Dörfern eine besondere Rolle haben: „Sie kennen alle Kranken, sie kennen alle Schwangeren, und sie wissen auch, welches Kind gerade röchelt.“ Kurz und gut: Sie wissen genau, wer im Dorf Hilfe braucht und wer nicht.

Die Münsteranerin konnte auch sehen, wie die Fundamente für das neue Kleinkrankenhaus buchstäblich gelegt wurden. Gemessen an deutschen Verhältnissen gehe es im Norden Afrikas langsam voran. Vieles sei Handarbeit, „aber die Menschen sind sehr zuversichtlich“.

Bei all den positiven Eindrücken, die Luzia Bruns aus dem Norden Ugandas wieder mit zurück nach Münster genommen hat, gibt es auch einen Kritikpunkt, den die 18-Jährige, die demnächst gern Medizin studieren möchte, auch gleich in ein Projekt umwandelt. Will sagen: Obiya Palaro soll eine Bücherei bekommen. „Mir ist aufgefallen, dass die Kinder und Jugendlichen nur wenig lesen.“ Einen Raum hat Luzia Bruns mit Hilfe des Priesters Father Cyprian sowie der Uganda-Hilfe St. Mauritz bereits organisiert. Jetzt sammelt sie Geld, damit die Gemeinde Bücher ankaufen kann. Auch in dieser Hinsicht musste sich die junge Münsteranerin nicht um eine Aufgabe kümmern, die Aufgabe fiel ihr zu . . .

Zum Thema

Auf der Homepage der Uganda-Hilfe St. Mauritz ist ein Blog von Luzia Bruns zu lesen, ferner gibt es die Möglichkeit, direkt für die neue Bücherei zu spenden. 

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