Namuun Batmunkh im Wewerka-Pavillon
Körbeweise Weisheit

Münster -

Auf den ersten Blick könnte der Betrachter sich auf einen westfälischen Wochenmarkt versetzt fühlen: Körbe, Körbe, Körbe – 18 an der Zahl stehen im Wewerka-Pavillon. Doch nicht allein der Kunstort lässt einen den ökonomischen Ansatz verwerfen.

Dienstag, 23.08.2016, 05:08 Uhr

Weidenkörbe aus ihrer Heimat Mongolei hat die Künstlerin Namuun Batmunkh im Wewerka-Pavillon platziert, um ein Nachsinnen über die Fülle des Lebens anzuregen.
Weidenkörbe aus ihrer Heimat Mongolei hat die Künstlerin Namuun Batmunkh im Wewerka-Pavillon platziert, um ein Nachsinnen über die Fülle des Lebens anzuregen. Foto: Gerhard H. Kock

Auf den ersten Blick könnte der Betrachter sich auf einen westfälischen Wochenmarkt versetzt fühlen: Körbe, Körbe, Körbe – 18 an der Zahl stehen im Wewerka-Pavillon. Doch nicht allein der Kunstort lässt einen den ökonomischen Ansatz verwerfen. In Gruppen sortiert hat die Künstlerin Namuun Batmunkh den Behältnissen Gegenstände beigegeben, die Weisheitsüberlegungen zu Werden und Vergehen, Fülle und Leere anregen können.

„Arag“ heißt die Ausstellung, und das ist auch die Bezeichnung für die Körbe, die Batmunkh aus ihrer Ursprungsheimat Mongolei für die Ausstellung besorgt hat. Gefertigt sind sie aus Weide, denn auch in dem Land zwischen China und Russland wächst an den 1200 Flüssen die Weide. Allerdings: „Wir haben keine Kopfweiden“, erklärt Batmunkh, vielmehr sei die Pflanze dort eher strauchartig.

Namuun Batmunkh im Wewerka-Pavillon

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Die mongolischen Körbe, die (anders als die westfälischen Weidenkörbe) nicht dicht geflochten sind, werden als Universalgegenstand genutzt: Holz und Dung für die Feuerstelle, ja auch als Stütze für die Frauen bei der Geburt dienen die „drahtigen“ Behälter. Namuun Batmunkh: „Ein voller Korb bedeutet Reichtum.“ Leer darf er nie sein.

Die Künstlerin, die mit Kind und Mann, dem Maler Gan-Erdene Tsend, in Münster lebt und arbeitet, zeigt im Wewerka-Pavillon leere Körbe, umgedrehte Körbe, Körbe mit Schafwolle und Babyschuhen. Pferdeäpfel (in der Mongolei ein Brennstoff) und Holzkohle verweisen auf Energie, die im Feuer vergeht. Ein blauer Gebetsschal (von ihrer eigenen Hochzeit) mit Räucherschale und Maultrommel spielt auf Meditation und Spiritualität an.

Wie bedeutsam der Korb im übertragenden Sinne ist, zeigt der „Pali-Kanon“, die in der Sprache Pali verfasste, älteste zusammenhängend überlieferte Sammlung von Buddha Siddhartha Gautamas Lehrreden – genannt „Tripitaka“: drei Körbe.

Der Korb steht in der Arbeit von Batmunkh für die „kleine Ordnung“ – im Haushalt, wie in den Überlegungen zu Weisheit. Der Korb lässt sich füllen, aber er hält nichts für ewig. An eine Stelle hat die Künstlerin ein mongolisches Schloss gelegt. Es ist halb offen – oder geschlossen. „Nix ist sicher“, sagt Namuun Batmunkh.

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Die Ausstellung wird am Dienstag (23. August) um 19 Uhr am Wewerka-Pavillon, Kardinal-von-Galen-Ring (Torminbrücke) eröffnet. Es spricht Georg Imdahl.

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