Tandempartner für Flüchtlinge
Verein bietet berufliche Orientierung

Münster -

Den Verein „Gemeinsam für Flüchtlinge Münster“ hat Anne Decker mit aufgebaut. Das Erfolgskonzept: Mentoren und Flüchtlinge bilden Tandems.

Freitag, 02.09.2016, 17:09 Uhr

Anne Decker hat gemeinsam mit ihren Mitstreitern vom Verein „Gemeinsam für Flüchtlinge Münster“ ein Mentorenprogramm entwickelt, um jugendlichen Flüchtlingen Türen in die Stadt­gesellschaft und bei der beruflichen Orientierung zu öffnen.
Anne Decker hat gemeinsam mit ihren Mitstreitern vom Verein „Gemeinsam für Flüchtlinge Münster“ ein Mentorenprogramm entwickelt, um jugendlichen Flüchtlingen Türen in die Stadt­gesellschaft und bei der beruflichen Orientierung zu öffnen. Foto: hö

Sie studiert zwar erst im vierten Semester Soziale Arbeit, gibt aber bereits in ihrer Freizeit beim sozialen Engagement Vollgas. Anne Decker hat im vergangenen Jahr den Verein „Gemeinsam für Flüchtlinge Münster “ mit aufgebaut, der Jugendlichen im Rahmen eines Mentorenprogramms eine Bezugsperson zur Seite stellt.

Derzeit begleiten 23 Tandempartner Flüchtlinge aus den beiden Förderklassen des Anne-Frank-Berufskollegs, um das Ankommen in Münster zu erleichtern. „Denn 1:1-Beziehungen sind das Wirkungsvollste“, weiß Anne Decker. In vielen dieser Tandems „gibt es inzwischen ein starkes Vertrauensverhältnis“ und auch Kontakte zu den Partnern und Familien.

Die münsterischen Tandempartner helfen bei Behördengängen, übersetzen Formulare, geben Tipps für die Freizeitgestaltung und helfen bei der beruflichen Orientierung . Einige der jungen Flüchtlinge, die die Förderklassen des Anne-Frank-Berufskollegs besuchen, haben jahrelang keine Schule besucht, erklärt Anne Decker. „Manche sind altersbedingt nur noch ein Jahr schulpflichtig und wissen nicht recht, wie es weitergehen soll.“

Deshalb helfen die Mentoren unter anderem dabei, Praktikumsplätze zu finden, um in Berufsfelder zu schnuppern und Dinge auszuprobieren. Derzeit, so Decker, „bauen wir ein Unternehmensnetzwerk auf, um die Jugendlichen bei der Berufsorientierung zu unterstützen und um gemeinsam Perspektiven zu entwickeln“. Dabei lernen beide Tandempartner voneinander. „Es geht nicht darum“, betont Anne Decker, „dass die Mentoren nur zeigen, wo es lang geht“. Und wenn die Chemie zwischen Mentor und Flüchtling stimmt, kommen mitunter auch „ganz normale Jugend-Probleme auf den Tisch. „Dann gibt es auch schon mal Hilfe bei Liebeskummer“, sagt sie.

Mit Kindern und Jugendlichen hat sie in den vergangene Jahren häufig gearbeitet – als Nachmittagsbetreuung im offenen Ganztag der Geistschule und als Integrationskraft für die vielen Flüchtlingskinder in den Förderklassen.

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