Berufsorientierung für Schüler
Junge Talente für das Handwerk

Münster -

Vier Tage lang probieren 600 Schüler im Handwerkskammerbildungszentrum praxisnah an 15 Stationen aus, welche Talente in ihnen stecken und ob ein Handwerksberuf ganz oben auf dem Wunschzettel für ihre Zukunft steht.

Dienstag, 13.09.2016, 18:09 Uhr

Ihre Fähigkeiten für einen späteren Beruf einfach mal ausprobieren können Jugendliche in dieser Woche am Handwerkskammerbildungszentrum. Jonas beispielsweise ging am Übungskopf der Friseur-Innung ziemlich radikal ans Werk und entschied sich später für die Holzverarbeitung.
Ihre Fähigkeiten für einen späteren Beruf einfach mal ausprobieren können Jugendliche in dieser Woche am Handwerkskammerbildungszentrum. Jonas beispielsweise ging am Übungskopf der Friseur-Innung ziemlich radikal ans Werk und entschied sich später für die Holzverarbeitung. Foto: hpe

Eine Ölwanne unter die Holzplattform schrauben, die Holzwürfel exakt aussägen und am Übungskopf Friseurschnitte ausprobieren: 600 Jugendliche von Real- und Gesamtschulen probieren in dieser Woche im „Talenthaus“ der Handwerkskammer (HWK) aus, was vielleicht einmal ein konkretes Berufsziel sein könnte. Handwerkskammer-Abteilungsleiter Carsten Haack ist von der großen Resonanz zur Premiere der praxisbezogenen Berufsorientierung begeistert. „Es geht für die Jugendlichen direkt ran ans Handwerkliche und viele merken schnell, was für sie geeignet ist und in welcher Firma mal ein Praktikumsplatz sinnvoll ist.“

Das in dieser Form erstmals veranstaltete Reinschnuppern in Berufe ist für Haack effektiver als ein Infostand auf einer Ausbildungsmesse. Haack: „Auf diesen Messen verkriechen sich die Firmen hinter ihren Ständen und Schüler trauen sich nicht hin. Es herrscht Sprachlosigkeit.“

An 15 Tischen können die 13 bis 15 Jahre alten Schüler herausfinden, welche Talente in ihnen schlummern. Alle 15 Minuten wird gewechselt, jeder muss überall ran und später berichten, was besonders gut gefallen hat.

So wie Jonas (13), der mit gezielten Schnitten fast den Übungskopf der Friseure kahl schert und sich dann doch mehr zur Holzbearbeitung hingezogen fühlt. Analina (13) probiert aus, wie ein Schornsteinfeger mit Rußbesen und Kugel umgehen muss. Noch spannender findet sie allerdings die Station der Zahntechniker, wo mit einem Spachtel Beläge entfernt werden müssen.

Eltern und Lehrer sind im „Talenthaus“ willkommen. Allein die Gesamtschule Münster-Mitte ist im Sinne einer „frühzeitigen Berufsorientierung, die Leidenschaften wecken und Perspektiven aufzeigen kann“ (Lehrer Nikola Prkacin ) mit 120 Jugendlichen aktiv.

„Viele wissen gar nicht, wie viel Spaß es macht, etwas mit den eigenen Händen fertigzustellen“, meint der HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Ostendorf.

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