Zuschauer fiebern im Planetarium bei der „Schiaparelli“-Landung mit
Signale vom Mars

Münster -

Auch am Donnerstagmorgen gab es noch keine Klarheit, ob das Landemodul „Schiaparelli“ der europäischen Mars-Mission die Landung erfolgreich überstanden hat. Die Landebestätigung sollte eigentlich bereits Mittwochabend kommen. Mitgefiebert wurde ab dem frühen Abend auch im Planetarium des Naturkundemuseums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Donnerstag, 20.10.2016, 17:10 Uhr

Im LWL-Planetarium an der Sentruper Straßen fieberten die Besucher der geplanten Landung von „Schiaparelli“ auf dem Mars mit.
Im LWL-Planetarium an der Sentruper Straßen fieberten die Besucher der geplanten Landung von „Schiaparelli“ auf dem Mars mit. Foto: dpa

„Der Stand im Moment ist, dass wir wissen, dass der Orbiter im Orbit angekommen ist und das Einschwenken gut funktioniert hat. Vom Lander hingegen wissen wir nur, dass er seinen Fallschirm geöffnet und den Hitzeschild abgetrennt hat“, erklärte Dr. Björn Voss , Chef-Astronom des LWL, gegen 19.30 Uhr. „Das hat man aus ganz schwachen Signalen, die direkt auf der Erde empfangen wurden, herauslesen können.“

Dann begann das Warten auf die Landung. Viele Zuschauer hatten sich im Planetarium eingefunden, um die Mars-Mission live mitverfolgen zu können. Neben Dr. Björn Voss hielt auch Dr. Dennis Reiss von Institut für Planetologie der Universität Münster einen sehr detailreichen Vortrag über die wissenschaftlichen Hintergründe der Mission und den Planeten Mars . Zwischendurch wurde immer wieder live ins Kontrollzentrum der europäischen Raumfahrtagentur ESA geschaltet, um die neuesten Informationen zu erhalten.

Neben „Schiaparelli“, das vor allem als Test für eine geplante Landung eines Rovers im Jahr 2020 dienen soll, besteht die ESA- Marsmission aus dem Trace Gas Orbiter. Dieser nun erfolgreich in einer Marsumlaufbahn kreisende Orbiter soll unter anderem Spuren von Methan in der Mars-Atmosphäre nachweisen. „Methan kann Aufschluss über Leben oder Lebensmöglichkeiten geben,“ erklärte Dr. Voss. „Der Orbiter hat Instrumente an Bord, um es aufzuspüren.“

Von „Schiaparelli“ hingegen gab es gegen 20.30 erste schlechte Nachrichten. Nach dem Auslösen des Fallschirms waren keine weiteren Signale zu empfangen. Ernüchterung machte sich breit, als klar wurde, dass an diesem Abend keine Klarheit mehr herrschen würde. Dennoch wurde betont: Zumindest der Orbiter war ein voller Erfolg.

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