Gewerkschaftsjugend fordert NRW-Ticket
Gleiches Recht für Azubis

Münster -

„Azubis haben wenig Geld, aber hohe Kosten für Mobilität.“ Diesen Standpunkt vertritt Felix Eggersglüß. Er ist Jugendbildungsreferent beim Deutschen Gewerkschaftsbund und setzt sich mit seinen Mitstreitern für ein NRW-Ticket für Auszubildende ein.

Dienstag, 22.11.2016, 13:00 Uhr

Die Gewerkschaftsjugend  fordert ein NRW.-Ticket für Auszubildende. Bei den Verkehrsbetrieben in der Region stößt der Wunsch auf Skepsis.
Die Gewerkschaftsjugend  fordert ein NRW.-Ticket für Auszubildende. Bei den Verkehrsbetrieben in der Region stößt der Wunsch auf Skepsis. Foto: DGB

„Es gibt gute, erhaltenswerte Strukturen für Studenten wie Wohnheime oder das NRW-Ticket“, meint Felix Eggersglüß . Für Azubis gebe es diese jedoch nicht. Die Ausbildung dürfe aber nicht schlechter gestellt werden als das Studium, findet er. Nicht nur für Studenten, auch für Azubis gelte: „Das Leben in einer Stadt wie Münster ist teuer.“ Auszubildende bekämen zwar Gehalt, haben aber auch „komplexere Probleme“, erläutert Felix Eggersglüß.

Denn oft gebe es keine Möglichkeit einen Ausbildungsplatz in direkter Nähe zum Wohnort zu bekommen. Dann entstünden enorme Kosten. Der Grund: In NRW gelten acht unterschiedliche Tarife. Liegen Wohn- und Arbeitsort in zwei verschiedenen Tarifen, werde es teuer.

„Aber Azubis haben ein hohes Mobilitätsbedürfnis“, erklärt Felix Eggersglüß. Denn entweder wollen sie die Wochenenden in der Heimat verbringen oder sie fahren jeden Tag zum Arbeitsort. „Der Flickenteppich“, so Felix Eggersglüß, „ist für uns ein Zwischenschritt, aber keine dauerhafte Lösung.“

Nachvollziehbar - nicht leicht realisierbar

Die Forderung nach einem NRW-Ticket ist auch beim Zweckverband Münsterland (ZVM) ein Thema. Gunnar Krampe ist stellvertretender Geschäftsleiter und für die Verkehrswirtschaft zuständig.

Er könne die Forderung durchaus nachvollziehen. Doch er weiß auch, wieso die Forderung nicht so leicht realisierbar ist, sagt er.

Pflichtabnahme für Studenten

Die Idee der DGB-Jugend lautet: Mit Verkehrsbetrieben eine „sehr hohe Anzahl von Tickets aushandeln“. So geschehe es auch bei den Hochschulen, wodurch niedrige Preise ermöglicht würden, erläutert Felix Eggersglüß.

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Zwar werde durch die hohe Anzahl an Tickets ein günstiger Preis ausgehandelt, erläutert Krampe. Doch für das Semesterticket gelte auch eine „Pflichtabnahme“. Alle Studenten müssen das Ticket bezahlen, „unabhängig davon, ob sie jemals mit Bus oder Bahn fahren“. Ob die Mehrzahl der Auszubildenden damit einverstanden wäre, sei zu hinterfragen.

Für Gunnar Krampe ist die Forderung ein „zweischneidiges Schwert“. Er könne auch verstehen, wieso Verkehrsunternehmen sich mit der Einführung eines NRW-Tickets für Azubis schwer tun: Ein neues Produkt dürfe die Einnahmen nicht reduzieren.

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