Münster-Nadel
Oberbürgermeister zeichnet elf Münsteraner für ehrenamtliches Engagement aus

Münster -

„Sie sind die Gestalterinnen und Gestalter einer guten Geschichte unserer Stadt.“ Mit diesen Worten beschrieb Oberbürgermeister Markus Lewe am Montagabend die elf neuen Träger der Münster-Nadel. Am Tag des internationalen Ehrenamts zeichnet die Stadt alljährlich Bürgerinnen und Bürger „für vorbildlichen bürgerschaftlichen Einsatz“ aus.

Montag, 05.12.2016, 20:12 Uhr

Elf Münsteraner wurden am Montagabend im Rathausfestsaal von Oberbürgermeister Markus Lewe mit der Münster-Nadel ausgezeichnet – als Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement.
Elf Münsteraner wurden am Montagabend im Rathausfestsaal von Oberbürgermeister Markus Lewe mit der Münster-Nadel ausgezeichnet – als Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement. Foto: Oliver Werner

„Sie sind unsere Schätze“, betonte das Stadtoberhaupt. Geehrt wurden Münsteraner, die sich in verschiedenen Bereichen der Stadt ehrenamtlich engagieren. Wohl noch nie bei der Verleihung der Münster-Nadel waren so viele Teilnehmer mit Migrations-Hintergrund unter den Ausgezeichneten und Gästen. „Sie merken, das ist ein internationaler Abend“, erklärte ein sichtlich erfreuter Oberbürgermeister.

Bei der Feierstunde im gut gefüllten Rathausfestsaal hob Lewe das die Menschen einende Gefühl der Sehnsucht nach Gemeinschaft, Frieden und Zusammenhalt hervor – gerade in den Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung . „Wir erleben 2016 als das Jahr umfassender historischer Umbrüche“, sagte der OB unter Verweis auf den Abschied der Briten aus der Europäischen Union und das Ergebnis der US-Wahlen. „Das sind Dinge, die uns wehtun, die uns besorgen.“

Wir sollten Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung betrachten.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Zugleich ließ der Oberbürgermeister erkennen, dass es keine einfachen Antworten in einer komplexer werdenden Welt gibt. Bei seiner Begrüßung warb der Oberbürgermeister dafür, „die Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung“ zu empfinden. Damit zusammenhängende Fragestellungen seien in Münster einvernehmlich beantwortet worden, stellte Lewe heraus.

„Diese Stadt ist ein Mikrokosmos.“ Es müsse deshalb Rahmenbedingungen geben, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen, kennen und schätzen lernen. Die „kommunale Gemeinschaft“ sei kostbar. Die neuen Träger der Münster-Nadel durften sich später in das Goldene Buch der Stadt Münster eintragen – nur wenige Seiten hinter dem jordanischen König, wie Lewe erklärte. „Sie befinden sich damit in guter Gesellschaft.“

Im Anschluss an die Feierstunde, musikalisch gestaltet vom Blechbläser-Ensemble Brassissimo unter der Leitung von Alfred Holtmann , schloss sich ein Empfang an. Die Münster-Nadel mit Urkunde wird seit 1993 auf Beschluss des Rates verliehen. Erster Preisträger war der Gründer des Mühlenhof-Museums, Theo Breider.

Diese elf Münsteraner wurden ausgezeichnet

Hermann Weber engagiert sich in seinem Stadtteil Amelsbüren und leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Stadtgesellschaft, so zum Beispiel als Schiedsmann. 2011 hat Weber mit einigen Mitstreitern den Kulturverein Amelsbüren gegründet. Seitdem ist er dessen erster Vorsitzender. Einen besonderen Beitrag hat Weber zur Verkehrsunfallprävention beigetragen.  Er hat mehrere hundert Unfallakten der Polizei gesichtet und konnte zur Entwicklung einer städtischen Handlungsstrategie beitragen – ehrenamtlich.

Barbara Kemmler gründete 1992 das „Cactus Junges Theater“. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Jugendliche und junge Erwachsene, mit besonderem Augenmerk auf solche mit Migrationshintergrund:  Kemmler fordert und fördert das Erlernen der deutschen Sprache. Die Projekte des Cactus-Theaters erhielten inzwischen eine Reihe von Auszeichnungen und Preisen, etwa im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“. Barbara Kemmler prägt den Lebensweg vieler junger Menschen entscheidend mit. Ihr Tun ist ein Gewinn für die Stadtgesellschaft.

Zarmina Khorosh engagiert sich seit über 20 Jahren vielfältig und ehrenamtlich in der Stadtgesellschaft Münster. Seit 1995 ist sie Leiterin der Afghanischen Kulturgruppe, die sich regelmäßig im Begegnungszentrum Sprickmannstraße trifft und an vielen interkulturellen Veranstaltungen teilnimmt. Khorosh engagiert sich bei der Planung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten wie dem internationalen Frauenfest mit circa 100 Teilnehmerinnen und seit 2011 bei der Leitung und Durchführung des internationalen Samstagvormittags-Frühstücksangebots.

Felix Ruben Manrique Barrera ist seit 2010 Mitglied im Integrationsrat der Stadt Münster. Zudem führt er den Integrationsverein Upla e.V., dessen Zielsetzung es ist, den deutsch-lateinamerikanischen Dialog anzustoßen und ein deutsch-lateinamerikanisches Netzwerk in Münster und Umgebung aufzubauen. Der internationale Verein organisiert unter der Leitung von Manrique Barrera zum Beispiel die „Lateinamerika-Wochen“, welche bereits einen festen und traditionellen Platz im kulturellen Leben der Stadt Münster haben.

Deler Saber ist seit 2004 Mitglied im Ausländerbeirat und Integrationsrat der Stadt Münster. Zudem führt er den Integrationsverein AFAQ e.V., den er 2012 gegründet hat: Das arabische Wort „Afaq“ bedeutet „Horizont“ und symbolisiert die Vielfältigkeit der Vereinsmitglieder. Der Verein bietet unter der Leitung von Deler Saber Aktivitäten und Dienstleistungen  an, die für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund von Bedeutung sind. Dazu gehören Veranstaltungen wie „Internationale Trachtenzeremonien“ oder „In Münster heimisch werden“.

Margret Wächter aus Hiltrup gilt als gute Seele und stille Helferin, die sich vielfältig ehrenamtlich für andere engagiert: Seit vielen Jahren kümmert sie sich bei der „Offenen Weihnacht“ –  ein Angebot für alleinstehende und einsame Menschen – um Dekoration und Ambiente und sorgt auch durch persönliche Ansprache und Gespräche dafür, dass sich jeder wohl fühlt. In der evangelischen Kirche arbeitet sie seit vielen Jahren im Seniorenforum mit und kümmert sich hier um das Ausrichten und Anbieten eines regelmäßigen Frühstücks für Senioren.

Ralf Bisselik koordiniert und leitet die „Flüchtlingshilfe Münster Süd-Ost“ – einen ökumenischen Arbeitskreis, bei dem Menschen ehrenamtlich den Flüchtlingen in Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck unterschiedliche Hilfestellungen geben.</p><p>Der Arbeitskreis wird von Bisselik und Pfarrer Hawerkamp geleitet und von zahlreichen Helfern unterstützt. Ralf Bisselik steht stellvertretend für das große Engagement all dieser Menschen. Die Hilfestellungen sind vielfältig und reichen vom Sprachunterricht über Spendensammlungen bis hin zu Arztbesuchen.

Marie-Anna „Marianne“ Bußmann ist Gründungsmitglied (2001) und aktives Mitglied des Initiativkreises Hoppengarten, der sich für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen der Flüchtlingsunterkunft Hoppengarten einsetzt sowie von Schülern und Schülerinnen der Thomas-Morus-Grundschule mit Migrationshintergrund. In 15 Jahren gibt es kaum eine Tätigkeit, die Bußmann nicht schon einmal selbst erledigt hat: Hausaufgabenhilfe, Deutschkurse für Erwachsene oder die Unterstützung von Flüchtlingen bei Behördengängen.

Hedwig Chudziak war von 2004 bis 2015 stellvertretende Vorsitzende beziehungsweise Beisitzerin im Vorstand des Seniorenrates. In dieser Funktion hat sie nicht nur über Jahre die Mitgliederkartei betreut, sondern auch in sehr persönlicher Art und Weise allen Mitgliedern zum 80. und ab dem 85. Geburtstag eine Glückwunschkarte zukommen lassen. Hedwig Chudziak war maßgeblich an der Vorbereitung und dem Aufbau der Kommunalen Seniorenvertretung Münster beteiligt - von Anfang 2013 bis Ende 2015 gehörte sie ihr selbst an.

Horst Denecke ist seit über 25 Jahren aktiv in der Förderung und Pflege der Beziehungen zwischen Münster und der Partnerstadt Fresno. Von 1989 bis 2004 war er Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Jugendaustausches Münster-Fresno; von 2004 bis 2015 Vorsitzender des Vereins, der mittlerweile den Namen „Partnerschaftsverein Münster-Fresno“ trägt. Sein Einsatz war vielfältig: Organisation des Auswahlverfahrens der Austauschschüler, Vorbereitungstreffen mit den Schülern und Eltern, Organisation des Aufenthaltes der amerikanischen Freunde.

Karl Franke engagiert sich seit Jahren vielfältig im Stadtteil Hiltrup. Sowohl im Männergesangverein 1848 Hiltrup e.V. als auch in der Stadtteiloffensive Hiltrup bringt sich Franke in verschiedenen Projekten ein. Seit 1994 leistet er Vorstandsarbeit im MGV – dazu gehört die Organisation von Frühjahrskonzerten und Wohltätigkeitssingen. Seit 2004 ist er zudem Vorsitzender des Chores und hat 2009 den Frauenchor Chorisma in Hiltrup gegründet. Neben diesem Engagement ist Franke seit 2005 Mitbegründer des Infopunktes Hiltrup.

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