Rundgang „Münster vor Ort“
Martiniviertel: Vergessenes Stück Altstadt

Münster -

Am kommenden Wochenende führt der „Münster vor Ort“-Rundgang ins Martiniviertel. Dieses zählt zu den unbekannteren Gebieten in der Altstadt und liegt jenseits des touristischen Bereichs.

Mittwoch, 07.12.2016, 17:12 Uhr

Überlagerte Geschichte:  Der Innenhof des Theaters
Überlagerte Geschichte:  Der Innenhof des Theaters Foto: Stefan Rethfeld

Eine nach 1945 quer durch die Altstadt gelegte Durchfahrtsstraße, die das Neutor mit dem Mauritztor verbindet, wirkt bis heute trennend. Umso spannender sind die möglichen Entdeckungen in diesem Areal, das sich zwischen Buddenturm, Zwinger und Mauritztor als Dreieck aufspannt.

Über die Stadttore Neubrückentor und Hörstertor wurde es seit Jahrhunderten gleich über zwei Zugänge erschlossen. Noch heute stellen beide Zugangsstraßen die zentralen Wege im Gebiet dar, während Breul und Sonnenstraße das Gebiet, der Promenade folgend, nach außen abschließen.

Die um 1180 gegründete St.-Martini-Kirche bildet das Zentrum. Der Kirchplatz zeigt sich als kleines Idyll. Von hier aus sind bereits barocke Wohnhäuser sichtbar, die nach dem verheerenden Brand von 1759 errichtet wurden. Sie prägen den Vorplatz an der Martinistraße und stimmen den Besucher ein auf den Prinzipalmarkt , der von hier aus sichtbar ist. Reste einiger Adelspalais sind ebenfalls erhalten. So der Schmiesinger Hof mit einem originalen Gartenhaus von Gottfried Laurenz Pictorius .

Vom Romberger Hof, der zeitgleich (1779) zum Schloss nach Plänen von Wilhelm Ferdinand Lipper entstand, ist nur die Gartenfassade als Ruine erhalten geblieben – integriert als mahnendes Zeichen im Innenhof des 1956 eröffneten Theaters. Der Rundgang wird diesen bedeutenden Bau der Architekten Harald Deilmann, Max von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau ebenso vorstellen wie ausgewählte Schul- und Wohnbauten.

Entlang kleiner Straßenschwünge führt der Weg zur Aa bis hin zur St. Johannes-Kapelle. Auch werden jüngste Bauten sowie mögliche Projekte wie die Entwicklung des Hörsterparkplatzes erörtert: Wie kann das Viertel als Ganzes wieder eine Form bekommen und an die Altstadt angeschlossen werden?

Dieser ist der letzte „ Münster vor Ort“-Rundgang in diesem Jahr. Der nächste Termin steht dann erst Mitte März 2017
auf dem Programm.

Zum Thema

Treffpunkt für die dreieinhalbstündige Tour unter Leitung des Architekten und Co-Autoren („Architekturführer Münster“) Stefan Rethfeld ist am Freitag (9. Dezember) um 14 Uhr sowie am Samstag und Sonntag (10. und 11. Dezember) jeweils um 11 Uhr im Innenhof des Theaters. Tickets zum Preis von 13 Euro sind im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13, erhältlich.

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