Forderung von Jugendverbänden
Wohnheim für Azubis fehlt

Münster -

In Münster fehlt dringend ein Azubi-Wohnheim. Einen entsprechenden Antrag der SPD unterstützen die Jugendverbände von Kirchen und Gewerkschaften.

Samstag, 17.12.2016, 17:12 Uhr

Sie wollen ein Wohnheim für Azubis (v.l.): DGB-Geschäftsführer Winfried Lange, Philipp Schmeing von der CAJ, Paul Schroeter, Kolpingjugend.
Sie wollen ein Wohnheim für Azubis (v.l.): DGB-Geschäftsführer Winfried Lange, Philipp Schmeing von der CAJ, Paul Schroeter, Kolpingjugend. Foto: Antonia Aulbert

In Münster fehlt ein Wohnheim für Auszubildende. „Wenn man solche Wohnheime anbietet, kann man ganz viel schaffen“, betont Winfried Lange, Regionsgeschäftsführer der DGB-Region Münsterland, „man kann Chancen schaffen.“

Die SPD hat dazu einen Antrag gestellt. Darin fordert sie die Verwaltung auf, einen Bedarf für ein Auszubildenden-Wohnheim in Münster zu prüfen und Möglichkeiten der Realisierung zu erörtern.

Die Forderung wird von Jugendverbänden unterstützt: der Kolpingjugend Diözesanverband Münster, der Christliche Arbeiterjugend Diözesanverband Münster (CAJ) und der Gewerkschaftsjugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes Münsterland (DGB). In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe unterstützen sie den SPD-Antrag.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2016 blieben in Münster 946 Ausbildungsplätze unbesetzt, während in Warendorf 548 Bewerber keine passende Stelle fanden.

Ein Azubi-Wohnheim könnte einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. „Wäre ich nicht alt genug gewesen, um selber Auto zu fahren, hätte ich meine Ausbildung nicht antreten können“, erklärt Lars Vorm-Brocke von der CAJ.

Viele Auszubildende sind aber nicht alt genug oder können sich vom Auszubildendengehalt kein Auto leisten, von den hohen Mieten in Münster ganz zu schweigen. „Man muss Rahmenbedingungen schaffen, um die duale Ausbildung für junge Menschen wieder attraktiver zu machen – und bezahlbarer Wohnraum gehört dazu“, führt DGB-Geschäftsführer Lange weiter aus. Durch das Wohnheim könnten Jugendliche eine Stelle antreten, die ihnen liegt. Und nicht bloß die in der Nähe ihres Wohnorts.

Die geplanten Jugendwohnheime sollen auch sozialpädagogische Betreuung umfassen. Damit könnte ein geschützter Rahmen für die Jugendlichen geboten werden. Außerdem würden durch die Betreuung Ausbildungsabbrüche verhindert werden.

„Wir formulieren in dem Brief Anforderungen. Wir brauchen eine Kapazität von etwa 100 Wohnplätzen. Außerdem darf das Wohnheim nicht außen am Stadtrand stehen. Aber wir bieten auch an, als Vertretung der Jugendlichen einen Beitrag dazu zu leisten“, erklärt Benedikt Vollmer von der Kolpingjugend.

Die konkrete Ausgestaltung des Wohnheims sei aber erst der zweite Schritt, wird betont. „Stadt und Politik sind jetzt am Zug“, sagt Philipp Schmeink von der CAJ.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4505192?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F4848486%2F4848487%2F
Nachrichten-Ticker