„Hush Moss“ im Teilchen & Beschleuniger
Discokugel-Feeling, made in Israel

Münster -

Discokugeln und Plüschsofas: Hush Moss machen Stopp in Münster und zaubern verführerisches Soulfeeling ins „Teilchen & Beschleuniger“.

Montag, 19.12.2016, 14:12 Uhr

Hush Moss rund um den israelischen Musiker Eden Leshem spielten im Teilchen.
Hush Moss rund um den israelischen Musiker Eden Leshem spielten im Teilchen. Foto: krü

Der ursprünglich aus Israel stammende und mittlerweile in Berlin ansässige Eden Leshem verbirgt sich hinter dem Bandnamen Hush Moss. Seit Kindertagen macht er Musik in den unterschiedlichsten Ausprägungen, und seine jüngste Kreation ist ein nostalgischer Trip in die Siebziger, als alles noch schön funky, smooth und soulig war.

Auf seinem im September diesen Jahres veröffentlichten Album „It takes a lot“ versammeln sich acht Nummern, die jede Hausparty im Nu ein wenig cooler und verführerischer machen würden. Intuitiv hat man Lavalampen und samtiges Discointerieur vor Augen.

Einen erheblichen Anteil dabei hat das omnipräsente Saxofon, das in Verbindung mit den charakteristischen Gitarrenriffs fast alle Songs veredelt.

Dieser professionalisierte Nostalgietrip auf Platte wird live dann sympathisch simpel dargeboten. Auf Gitarre wird komplett verzichtet, dazu geliehenes Equipment inklusive Billigkeyboards „gesponsert von der Plattenfirma“, mehr braucht es nicht, um den Sound auf die Bühne zu bringen – beziehungsweise im Teilchen & Beschleuniger in die Ecke, wo sonst auf Sofas Kaffee und Bagel verzehrt werden.

Bass und Schlagzeug sorgen für den Groove, und Saxofon und E-Piano teilen sich die Melodien, zu denen Eden seine Vocals beisteuern kann. Mal schmachtend introvertiert, dann tanzend und in die Knie gehend, überlässt er seiner Band die Musik, um sich voll in den Gesang reinzuhängen.

Erstaunlich ist, wie gut die Band eingespielt ist, bedenkt man, dass sie sich immer wieder neu aus einem Kollektiv von zehn Musikern zusammensetzt.

Auch wenn an diesem Freitagabend im Teilchen & Beschleuniger hauptsächlich im Sitzen zugehört wird, spürt man das zunehmende Warmwerden des Publikums. Edens leidenschaftlicher Gesang und die Saxofonmelodien passen hervorragend zum roten Licht, und es ist ein bisschen schade, dass es keinen Dancefloor gibt.

Die Wärme strahlt auch nach draußen in die Dezemberkälte, stetig schauen mehr Neugierige durch das Fenster in die Szene-Kneipe, wo die Lust auf Cocktails mittlerweile viel größer geworden ist als die auf Glühwein.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4510234?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F4848486%2F4848487%2F
Nachrichten-Ticker