Brücke feiert Geburtstag
60 Jahre Völkerverständigung

Münster -

Das Internationale Zentrum der Universität, „Die Brücke“, besteht seit 60 Jahren. Am Donnerstag stellte sie sich im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ vor.

Donnerstag, 26.01.2017, 21:01 Uhr

In der Brücke gab es am Donnerstag einen „Tag der offenen Tür“. Mit dabei: Leiterin Dana Jacob (r.) und Mitarbeiterin Jamaine Wetzel sowie Besucherin Christa Rohde.
In der Brücke gab es am Donnerstag einen „Tag der offenen Tür“. Mit dabei: Leiterin Dana Jacob (r.) und Mitarbeiterin Jamaine Wetzel sowie Besucherin Christa Rohde. Foto: kal

Der Krieg ist gerade vorbei, da gründen die Briten in Münster ein „Auslandskomitee“ aus Professoren und Studenten, um den besiegten Deutschen die englische Lebensart näherzubringen. 1956 übernimmt die Stadt das Komitee von den Briten und reicht es direkt an die Universität weiter. In der „Brücke“ – so der neue Name – sollen fortan ausländische Studierende betreut werden. Standort ist eine Baracke neben dem Schloss.

1961 zieht die Brücke an die Wilmergasse um, wo sie sich heute noch befindet. Als „Internationales Zentrum“ ist sie erste Anlaufstelle für alle ausländischen Studenten, die an der WWU einen Abschluss machen wollen. Ein „Tag der offenen Tür“ beendete am Donnerstag die Feierlichkeiten anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Brücke.

Kein Alleinstellungsmerkmal mehr

Im Treppenhaus hängen Luftballons und Girlanden, es gibt eine Ausstellung mit alten Prospekten und Plakaten. Unter den Besuchern: Christa Rohde, 77. Sie kam einst als Kriegsflüchtling aus dem Baltikum nach Münster. Sie erinnert sich gut an die alte Komitee-Baracke, war dort regelmäßig zu Gast. „Wir haben gesungen, Ballett getanzt.“ Die Atmosphäre sei immer angenehm gewesen, als Flüchtling habe sie sich dort angenommen gefühlt.

Auch Dieter Borgmann , Jahrgang 1939, erinnert sich gerne an die Brücke. 1961 besuchte er sie zum ersten Mal, „sie wurde zu einer Art Heimat für mich“, erzählt der Münsteraner. Bis heute besucht er dort Veranstaltungen, erst kürzlich war er noch da. „Die internationale Atmosphäre gefällt mir einfach“, sagt Borgmann.

Dana Jacob leitet die Einrichtung. Sie löste 2013 Joachim Sommer ab, der seit 1977 für die Brücke verantwortlich war. Zu manchen Veranstaltungen kommen nur wenige Besucher, zu anderen 300, berichtet sie. Anders als vor 60 Jahren habe die Brücke kein Alleinstellungsmerkmal mehr in Münster. Mittlerweile gebe es viele Angebote für ausländische Studierende. Als Beratungsstelle sei sie jedoch nach wie vor die wichtigste Anlaufstelle in der Stadt, betont Dana Jacob.

Umzug neben das Schloss

Die Brücke helfe bei Visumsangelegenheiten und der Wohnungssuche, suche auch bei allgemeinen Studienproblemen und bei Finanzierungsfragen nach Lösungen. Falls nötig, begleiten Mitarbeiter die ausländischen Studierenden bei Behördengängen. Neuerdings kümmert sich die Brücke auch um Flüchtlinge, für sie ist inzwischen ein eigener Raum an der Wilmergasse reserviert.

Fünf Mitarbeiter hat die Einrichtung, dazu zwölf studentische Hilfskräfte. Die Brücke gehört zum „International Office“ der Universität, dass diese wiederum die studentischen Mitarbeiter finanziert, sei eine tolle Sache, betont Dana Jacob.

Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Reihe von Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen. Ausklingen wird das Jubiläumsjahr mit dem traditionellen Brückefest zum Semesterende – es beginnt am 10. Februar um 20 Uhr.

Im kommenden Jahr steht für die Brücke dann eine große Veränderung an, sie verlässt die Wilmergasse, zieht in ein Gebäude neben dem Schloss. Gebraucht werde sie auch in Zukunft, ist Dana Jacob überzeugt: „Die Brücke wird auch noch ihren 100. Geburtstag feiern können.“

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