Berufungsverhandlung vor dem Landgericht
Diebe wollen Bewährung

Münster -

Gemeinschaftlicher versuchter Diebstahl mit Waffen – dafür wurden zwei junge Männer in erster Instanz zu 18 Monaten Haft verurteilt. Das Landgericht befasste sich am Donnerstag mit der Berufung der Verurteilten – beide wünschen eine Bewährungsstrafe.

Donnerstag, 26.01.2017, 20:01 Uhr

 
  Foto: dpa

Eine schwere Persönlichkeitsstörung attestierte die Sachverständige einem 23-Jährigen aus Osteuropa , der seine Eltern nie kennengelernt hatte. Als Zweijährigen adoptierte ihn ein deutsches Ehepaar; früh zeigte er auffällig impulsives und aggressives Verhalten, griff bald nach dem Grundschulbesuch zu Alkohol und Drogen . Diese begleiteten seine zahlreichen Regelverstöße in einem Heim, auch in der abgebrochenen Berufsausbildung. Sein Strafregister reicht von vielen Diebstählen bis zur Körperverletzung. Derzeit sitzt er in Haft, wie meistens in den letzten sechs Jahren. Eine Chance in einer Therapie in anderem Umfeld, in einer geschlossenen Einrichtung, habe der 23-Jährige noch nicht gehabt – das empfahl die Gutachterin.

Bessere Aussichten hat der an der Tat beteiligte gebürtige Lateinamerikaner – seine Verlobte erwartet ein Kind, er hat seit über sechs Monaten eine Arbeit und eine Vertragsverlängerung bekommen. Und er strebe eine Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer an. Auch er hatte einige Delikte begangen. Den Konsum von Cannabis müsse er beenden, so die Gutachterin. Das Urteil steht noch aus. Ein weiteres, aktuelles Urteil gegen einen der Angeklagten müsse erst berücksichtigt werden, verdeutlichten die Richter.

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