Holocaust-Gedenktag der Schulen
Flagge zeigen gegen Gewalt

Münster -

Auf dem Platz des Westfälischen Friedens im Rathausinnenhof gedachten am Freitag Schüler von neun Schulen der Opfer des Nationalsozialismus.

Freitag, 27.01.2017, 19:01 Uhr

Viele Schülerinnen und Schüler nahmen am Gedenktag teil, auf den sie sich in Projekten über jüdisches Leben in Münster vorbereitet hatten.
Viele Schülerinnen und Schüler nahmen am Gedenktag teil, auf den sie sich in Projekten über jüdisches Leben in Münster vorbereitet hatten. Foto: Matthias Ahlke

Schmerz, Not, Angst, Holocaust – es waren Millionen Menschen, denen die Nazis auf grausame Weise das Leben raubten. Auch Menschen, die in Münster lebten, die deportiert und vergast wurden, weil sie Juden waren. Sie dürfen nicht vergessen werden. Das machten am Freitag – 75 Jahre nach der Deportation – Münsters Schulen deutlich. Auf dem Platz des Westfälischen Friedens formierten sie sich mit Plakaten, um Flagge zu zeigen gegen Hass, Gewalt und Völkermord.

Kim Keen , Lehrerin am Annette-Gymnasium, die zur Lehrerabordnung des Geschichtsortes Villa ten Hompel zählt, hatte zum gemeinsamen Gedenken der Schulen aufgerufen. Etwa 160 Schülerinnen und Schüler von Gymnasien, einer Realschule und dem Overberg-Kolleg erinnerten an die elf Münsteraner, die am 27. Januar 1942 die Deportation erdulden mussten. Sie wurden beim Namen genannt, eine weiße Kerze leuchtete für jedes der Opfer.

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Am Nachmittag fand das Holocaust-Gedenken der Stadt Münster am Zwinger statt. Foto: Matthias Ahlke

Oberbürgermeister Markus Lewe wertete das gemeinsame Gedenken der Schulen als „starkes Zeichen“. Gerade in der jetzigen Zeit sei es wichtig, gegen Diskriminierung und Beschimpfungen einzutreten. Denn Hass und Gewalt seien die Lunte dafür, dass es wieder so schlimm werden könnte wie vor 75 Jahren, mahnte Lewe, für den ein Miteinander ein Reichtum von Vielfalt bedeute.

Wolfgang Weber, Abteilungsleiter Schule, Kultur und Sport bei der Bezirksregierung, lobte die Resonanz auf den Gedenktag, an dem auch Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch teilnahm. Weber erinnerte an den kürzlich verstorbenen früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, der diesen Gedenktag eingeführt habe. Seit 1996 ist der 27. Januar ein gesetzlich verankerter Gedenktag.

Nachmittags fand am Zwinger eine Kranzniederlegung statt. Pfarrer Jürgen Hülsmann, Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, hielt die Rede. Höckes Äußerung zum Holocaust-Denkmal in Berlin bezeichnete er als „eine Absage an die unter uns stetig gewachsene, nüchterne und ehrliche Kultur der Erinnerung, die offenbar in die Welt vieler AfD-Leute nicht passt“. Hülsmann unterstrich abschließend: „Ehrliche Erinnerung fördert den aufrechten Gang!“

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