Notfallrettung
Münster bundesweit vorn bei Erster Hilfe nach Herzstillstand

Münster -

Münster ist bundesweit Spitzenklasse, wenn es um die Reanimation von Patienten mit Herzstillstand durch Ersthelfer geht. In 47 Prozent aller Fälle begannen Laien mit der Wiederbelegung, bevor die Feuerwehr eintraf. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 35 Prozent.

Mittwoch, 08.02.2017, 18:02 Uhr

Reanimation rettet Leben: Feuerwehr-Dezernent Wolfgang Heuer macht vor, was jeder können sollte.
Reanimation rettet Leben: Feuerwehr-Dezernent Wolfgang Heuer macht vor, was jeder können sollte. Foto: hpe

Beim Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden die ersten Minuten, ob und wie der Betroffene überlebt. Greifen Ersthelfer mit der Herzdruckmassage beherzt ein, verdoppeln sich die Überlebenschancen des Patienten. Dank gemeinsamer Initiativen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen ist Münster inzwischen bundesweit vorn, wenn es um die Erste Hilfe und Reanimation in lebensbedrohlichen Situationen geht.

Rund 15 000 Bürger haben im vergangenen Jahr bei den Hilfsorganisationen ihre Notfall-Kenntnisse aufgefrischt oder erlernt, und „das ist noch steigerbar“, so Kai Flottmann , Geschäftsführer der Malteser und Sprecher der lokalen Hilfsorganisationen. Dabei geht es gar nicht mal um den spektakulären Unfall auf der Landstraße, wo Ersthelfer zu Lebensrettern werden. „Die große Mehrzahl der Herzstillstände passieren daheim in Wohnungen, und fast immer sind es Ehepartner oder andere Angehörige, die dann sofort aktiv werden müssen“, so Flottmann.

Wenn die Feuerwehr-Leitstelle ein Notruf erreicht, gibt es erste Hinweise an die Angehörigen direkt von dem Feuerwehrbeamten aus der Leitstelle. Martin Heermann-Dorgeist von der Berufsfeuerwehr: „Bei einem Drittel der Herzstillstände ist es uns gelungen, Menschen anzuleiten, obwohl sie sich alleine die Este Hilfe gar nicht zutrauten.“ Es gibt in solchen Ausnahmesituationen klare Anweisungen von der Feuerwehr: „Brustkorb freimachen und Herzdruckmassage, bis der Notarzt eintrifft!“ In 47 Prozent aller Fälle begannen im vergangenen Jahr Laien mit der Wiederbelebung, im Bundesdurchschnitt waren es nur 35 Prozent.

Die Hilfsorganisationen haben Erste-Hilfe-Kampagnen an Schulen und in Betrieben ausgeweitet, es gibt Ein-Tages-Kurse für Sportler und junge Eltern. Die Hilfsorganisationen empfehlen, Erste-Hilfe-Kenntnisse alle zwei Jahre aufzufrischen. Weil besonders ältere Menschen von einem Herzstillstand betroffen sind, sollten laut Feuerwehrarzt Dr. An­dreas Bohn gerade Rentner „die Scheu überwinden und einen Kurs belegen“. Flottmann: „Es geht ganz häufig darum, Menschen zu retten, die einem sehr nahestehen.“

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