Wie CT-Bilder bei einem Schlaganfall helfen können
Wettlauf gegen die Uhr

Münster -

Ein Blutgerinnsel stört die Durchblutung des Gehirns, es wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, Gewebe stirbt ab: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Je schneller die Patienten behandelt werden, desto größer ist die Chance auf vollständige Genesung, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch bei fast einem Viertel der Betroffenen ist nicht bekannt, wann die Symptome begonnen haben – eine Information, die wichtig wäre für die Therapie.

Donnerstag, 16.02.2017, 14:02 Uhr

Prof. Jens Minnerup ist Erstautor der jetzt in den „Annals of Neurology“ erschienenen Studie zum Einsatz von CD-Bildern in der Schlaganfall-Diagnostik
Prof. Jens Minnerup ist Erstautor der jetzt in den „Annals of Neurology“ erschienenen Studie zum Einsatz von CD-Bildern in der Schlaganfall-Diagnostik Foto: FZ

Wissenschaftler aus Münster und Lübeck haben nun gemeinsam mit Neuroradiologen und Neurologen anderer Universitäten in einer Studie gezeigt, wie sich die Computertomographie ( CT ) nutzen lässt, um den Zeitpunkt präzise zu bestimmen.

Die Bedeutung der Studie hängt mit der Thrombolyse zusammen: Diese Auflösung des Blutgerinnsels durch Medikamente ist nur innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Schlaganfallbeginn wirksam. Bei späterer Therapie profitieren Patienten nicht mehr von der Methode und zugleich steigt das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen.

Den Zeitpunkt des Schlaganfallbeginns zu kennen, ist somit immens wichtig für die behandelnden Ärzte. Um die Diagnosemöglichkeiten zu verbessern, macht sich das neue Verfahren die Tatsache zunutze, dass bei einem Schlaganfall routinemäßig eine CT durchgeführt wird.

„Bei einem Schlaganfall wird Wasser im Gewebe der betroffenen Hirnregion eingelagert. Die Menge ist dabei zwar sehr gering, nimmt aber zu, je länger der Hirninfarkt zurückliegt“, erklärt Minnerup.

Der Oberarzt der Uniklinik für Allgemeine Neurologie in Münster ist Erstautor der Publikation. Im Laborexperiment konnten Minnerup und seine Mitstreiter zunächst zeigen, wie sich die Menge eingeströmten Wassers auf die Strahlendichte auswirkt, also auf die verschiedenen Graustufen auf den CT-Bildern: je mehr Wasser, desto dunkler.

„Momentan ist dieses Vorgehen für den klinischen Alltag noch zu aufwendig“, so Dr. André Kemmling, Neuroradiologe an der Uniklinik Lübeck und mit Minnerup Initiator der Studie. Die Forscher arbeiten derzeit an einer Methode, die leichter anzuwenden ist.

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