Statt-Reisen-Rundgang beim Hörster Friedhof
Auf Entdeckungstour im eigenen Viertel

Münster -

Da schaute so mancher überrascht drein, als er am Sonntagnachmittag vor seine Haustür trat und gleich ein Pulk von über 50 Personen den Gehweg einnahm. Albert Middel führte zwei Stunden lang durchs Viertel nördlich des Hörster Friedhofs, ein neuer Statt-Reisen-Rundgang.

Montag, 06.03.2017, 18:03 Uhr

Statt-Reisen-Führer Albert Middel führte die Teilnehmer zwei Stunden lang durchs Viertel nördlich des Hörster Friedhofs.
Statt-Reisen-Führer Albert Middel führte die Teilnehmer zwei Stunden lang durchs Viertel nördlich des Hörster Friedhofs. Foto: Maria Conlan

Unter der Rubrik „ Münster für Kenner“ stieß die Premiere „Rund ums Hörstertor“ auf so großes Interesse, dass sogar Middels höchste Erwartungen übertroffen wurden. Doch er wusste schnell, alle in seinen Bann zu ziehen. „Wirklich hervorragend . . . sehr gut  . . . mit so einer Begeisterung“, schwärmten die Teilnehmer und lobten seine deutliche Aussprache. Vieles belegte Middel mit historischen Text- und Bilddokumenten und zitierte aus alten Zeitungsartikeln.

Selbst für Viertelbewohner oder Münsteraner, die in dieser Gegend aufgewachsen waren, gab es viel Neues zu entdecken, angefangen von Schleichwegen bis hin zu Details zur Stadtgeschichte. Zu Beginn bestaunten sie auf dem Hörster Friedhof Stelen berühmter Münsteraner wie die Grabstätte der Familie Hüffer und den Brunnen der Skulpturenprojekte vor 30 Jahren.

„Ich weiß nicht, was ich weglassen soll“, berichtete Middel über seine Recherchen und vermittelte sein Wissen unterhaltsam, kurzweilig und mit viel Spaß. Nach Klostergärten und Gartenhaus an der Goldstraße legte er einen Halt ein, um zwei alte Kinderspiele vorzustellen, wozu er ein Pintken und einen Dopp aus seiner Umhängetasche holte.

Nach der „unendlichen Geschichte“ zur JVA und der wechselvollen des Wohnungsvereins wartete eine nächste große Entdeckung: ein Friedhof hinter dem Buswartehäuschen der Kolpingstraße – heute eine normale Rasenfläche.

Nach Erläuterungen zum Mühlenfeld, Schlachthof, einem spontan mitgesungenen Münster-Metzgerlied, der Bewunderung einer Hermesfigur und der Kreuz-Apotheke löste Middel vor der JVA das Rätsel auf, warum er hier sieben Jahre lang ständiger Gast war und machte Geschmack auf weitere Führungen, sei es zu Fuß rund um den Kriegerweg, wo er aufwuchs, oder per Rad zu Münsters Baumdenkmälern.

Am 16. August (Mittwoch) wird dieser am Hörster Friedhof am Bohlweg startende Stadtrundgang erneut angeboten. 

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