Kommunikation im Krisenfall
Ohne Strom können die Ämter nur schweigen

Münster -

Fällt der Strom in einem Krisenfall aus, können Privatpersonen nicht einmal den Notruf wählen. Das möchten Feuerwehren und Hilfsorganisationen ändern, erklärt der ehemalige münsterische Feuerwehrchef Benno Fritzen.

Mittwoch, 03.05.2017, 17:05 Uhr

Benno Fritzen referierte bei der Fachtagung zum „Schweigen der Ämter“ bei Stromausfall.
Benno Fritzen referierte bei der Fachtagung zum „Schweigen der Ämter“ bei Stromausfall. Foto: Anna Spliethoff

Sei es starker Regen oder Sturm – bricht eine Katastrophe über eine Stadt wie Münster herein, dann droht ein Stromausfall. Der Kühlschrank brummt nicht mehr, die Heizung bleibt kalt – und auch der Notruf kann nicht gewählt werden. „Bei einem Stromausfall kann man nicht mehr telefonieren“, betont Benno Fritzen , ehemaliger Chef der münsterischen Feuerwehr .

Er hielt den Eröffnungsvortrag bei der Fachtagung „Krifa“, die am Mittwoch stattfand. Zum vierten Mal trafen sich weit über 100 Mitglieder von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem ganzen Bundesgebiet, um über außergewöhnliche Situationen bei Katastrophen zu diskutieren.

Ein zentrales Thema in diesem Jahr: Die Kommunikation . Benno Fritzen betont, dass sich Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst auch ohne Strom per Funk erreichen können. „Mit der Verwaltung geht das aber nicht“, macht Fritzen deutlich. Auch das Rathaus in Münster könne bei einem Stromausfall nicht kontaktiert werden. „Aber es braucht die Verbindung zu den Ämter“, kritisiert Benno Fritzen.

Auch Privatpersonen können ohne Strom keine Hilfe bekommen. Eine Idee aus Berlin könnte das ändern. In jeder Ortschaft gebe es ein Feuerwehrgerätehaus, so Fritzen. Dort könne man in einer Krise einen „Katastrophenschutzleuchtturm“ einrichten. Ein Fahrzeug der Feuerwehr stünde für die Bürger bereit und könne an der Wache aufgesucht werden. Per Funk wird dann Hilfe gerufen.

Für Verwaltungen wären ein Satellitentelefon und ein Notstromaggregat eine Lösung. Dann stünde der Kommunikation auch ohne Strom nicht im Weg, erklärt Benno Fritzen.

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