Handwerkskammer
Als Metallbauer in Tansania

Münster -

Ein Semester im Ausland – das ist für Studenten schon fast normal. Doch auch junge Handwerker können mithilfe der Handwerkskammer Asien, Afrika oder Lateinamerika entdecken.

Mittwoch, 03.05.2017, 19:05 Uhr

Sören Hirschmann (l.) war als „junger Handwerker“ an einem Projekt in Tansania beteiligt. Zusammen mit Projektkoordinator Bernd Schäpers berichtete er von seinen Erfahrungen in Afrika.
Sören Hirschmann (l.) war als „junger Handwerker“ an einem Projekt in Tansania beteiligt. Zusammen mit Projektkoordinator Bernd Schäpers berichtete er von seinen Erfahrungen in Afrika. Foto: Anna Spliethoff

Die Zahl der jungen Menschen, die nach dem Abitur oder während des Studiums ein Praktikum im Ausland machen, steigt stetig. Doch was ist mit denen, die nach der Schule eine berufliche Ausbildung machen? Denen bleibt das oft verwehrt.

Deshalb hat die Handwerkskammer Münster das Projekt „Junge Handwerker in der Entwicklungszusammenarbeit“ ins Leben gerufen.

Die jungen Menschen absolvieren für mindestens drei Wochen ein Praktikum im Ausland – zur Wahl stehen Asien, Afrika und Lateinamerika. Am Ende erwartet alle ein Zertifikat – das Projekt gilt als Zusatzqualifikation.

Mehr als 100 junge Handwerker haben die Chance bereits genutzt. Am Mittwoch wurden zwei Projekte aus Afrika vorgestellt. In Ghana wird in mehreren Bauabschnitten ein Wohnheim für Hebammen gebaut. In Tansania steht der Bau einer Ausbildungswerkstatt auf dem Programm. Als Förderer sind die Initiative „Engagement Global“ sowie die Landeshandwerksorganisation NRW mit im Boot.

Sören Hirschmann war im Februar in Tansania. „Ich bin sehr froh, dass ich da war“, betont der Metallbauer in Ausbildung. Zusammen mit sieben anderen jungen Handwerkern hat er in Tansania unter anderem Trecker repariert, einen Zaun gebaut und gesehen, unter welchen Bedingungen dort gearbeitet wird. So fuhr der Trecker nach links, wenn nach rechts gelenkt wurde und statt auf dem Rücksitz fuhren die jungen Erwachsenen auf der Ladefläche des Lkw mit.

Fünf junge Menschen verbrachten vier Wochen in Ghana. Vor allem die Arbeitssicherheit habe sie schockiert, berichtet Sebastian Boortz sehr anschaulich. Doch der Kontakt zu den Menschen und das Kennenlernen der völlig fremden Kultur habe sie alle begeistert, fügt er hinzu. Trotz anfänglicher Hürden und auch Sorgen waren sich am Ende alle jungen Handwerker einig: Nachmachen empfohlen.

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