Diskussion über Umweltverschmutzung
Todbringende Schadstoffe in der Luft

Münster -

Verkehrspolitik in Münster ist ein derzeit viel diskutiertes Thema. Die dabei entstehende Verschmutzung der Luft wird mitunter nur am Rande erwähnt, obwohl sie erhebliche Auswirkungen auf den Menschen hat. So sieht es Ulrich Keil.

Donnerstag, 04.05.2017, 14:05 Uhr

Diskutierten über die Verschmutzung der Umwelt (v.l.): Dietmar Uhlenbrock, Prof. Ulrich Keil, Moderator Stefan Werding, Maria Klein-Schmeink, Franz Pohlmann, Felix Wöstmann und Peter Gosing.
Diskutierten über die Verschmutzung der Umwelt (v.l.): Dietmar Uhlenbrock, Prof. Ulrich Keil, Moderator Stefan Werding, Maria Klein-Schmeink, Franz Pohlmann, Felix Wöstmann und Peter Gosing. Foto: kel

Der langjährige Direktor des Instituts für Epidemiologie beschäftigt sich seit den 1960er-Jahren mit den Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die gesamte Umwelt. Er kommt dabei zu alarmierenden Befunden. „Weltweit werden drei Millionen Todesfälle pro Jahr durch Schadstoffe in der Luft verursacht“, erklärt Keil . Der Wissenschaftler will seine Ideen einem möglichst breiten Publikum präsentieren und hält deshalb am Mittwochabend einen Vortrag im „Jovel“. Der soll ein Impuls sein für eine Diskussion, an der namhafte Politiker verschiedener Parteien teilnehmen.

„Ich könnte Tage über dieses Thema reden. Aber ich will Sie ja nicht zu Epidemiologen ausbilden“, sagt Keil. Er zitiert anschließend aus einer Studie in Kalifornien, wo Umweltdaten mit der Entwicklung der Lunge bei Kindern verglichen wurden. Das Ergebnis: Je höher die Smogbelastung, desto größer ist das Risiko, an Herz oder Lunge zu erkranken. Dies gelte auch für Münster . Menschen, die an einer Hauptstraße wohnten, seien wesentlich anfälliger für Lungenerkrankungen als solche, die in ländlicheren Gegenden zu Hause seien.

Es sind solche Fakten, die die Politik auf den Plan rufen. Maria Klein-Schmeink , Bundestagsabgeordnete der Grünen, sieht Gesundheits- und Gerechtigkeitsfragen eng miteinander verknüpft. „Es hat auch etwas mit Einkommen zu tun, ob Menschen an einer viel befahrenen Straße wohnen oder nicht“, sagt Klein Schmeink.

Während die ÖDP für eine generelle Entschleunigung plädiert, will die FDP die Elektromobilität fördern. „Das Problem sind die Ladestationen“, sagt Dietmar Uhlenbrock, selbst KfZ-Meister.

Eine Dame aus dem Publikum wohnt in der Nähe der Autobahn und beschwert sich über den Lärm, der durch vorbeifahrende LKW entsteht. Trotz der unterschiedlichen Konzepte sind sich die Vertreter aller Parteien darüber einig, dass Personen- und Güterverkehr künftig stärker auf die Schiene verlagert werden müssen.

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