Deutsch-israelisches Projekt
Schüler erforschen die Schoa

Münster -

36 Jugendliche aus Deutschland und Israel erforschten gemeinsam die Schoa. Zur Abschlussveranstaltung in der Villa ten Hompel reiste die Schulministerin an.

Sonntag, 21.05.2017, 16:05 Uhr

In der Villa ten Hompel versammelten sich die Teilnehmer um Schulministerin Sylvia Löhrmann zum Gruppenbild.
In der Villa ten Hompel versammelten sich die Teilnehmer um Schulministerin Sylvia Löhrmann zum Gruppenbild. Foto: Maria Conlan

„Gestaltet eine bessere Welt“, appellierte am Samstag die scheidende Schulministerin Sylvia Löhrmann an 36 Neuntklässler in der Villa ten Hompel . Gefördert von Erasmus und der EU fand ein zweiteiliges Seminar über die Shoa in Israel und Deutschland statt: mit 16 deutschen Schülerinnen und Schüler aus Münster (Annette-Gymnasium), Dülmen, Sendenhorst und Detmold sowie 20 israelischen Altersgenossen aus der Partnerstadt Rishon Le Zion.

Dem Gespräch am Samstag war ein Gespräch mit der Ministerin in Jerusalem nach dem ersten Seminarteil dort vorausgegangen. Es ging um Themen wie Verantwortung, nationale Identität, Religion, Europa und friedvolles Miteinander. Eine Stunde lang führten Schüler und Ministerin ein engagiertes und offenes Gespräch – alles auf Englisch. Lehrer und Veranstalter waren stille Zuhörer dabei.

In Israel hatte die Gruppe zusammen die Gedenkstätte Yad Vashem besucht, was für die Deutschen einen ganz persönlichen Blick auf die Shoa ermöglichte. Stand in Israel mehr die Vergangenheit im Vordergrund, so ging es beim Gegenbesuch stärker um Gegenwartspolitik, Demokratie und Frieden. Je stärker junge Leute seien, desto besser können sie zusammen leben, ohne auf andere herab zu schauen, betonte die Ministerin.

Auch die Schüler betonten, dass es wichtig sei, nicht nach Religion und Nationalität zu urteilen. „Wir sind alle Menschen“, sagte eine Israelin und freute sich über die „großartigen Freunde“, die ihr dieses Seminar bescherte. „Statt Konkurrenz und Wettbewerb mehr Zusammenarbeit, um in Frieden zu leben“, äußerte ein deutscher Schüler als Wunsch für die Zukunft. Die deutschen Schüler sahen sich in der Verantwortung, die Erinnerung an die Shoa wach zu halten, um eine bessere Zukunft zu gestalten.

Fünf Tage lang hatten die Schüler in der Villa ten Hompel getagt. Neben einem Besuch im Friedenssaal und einem Stadtrundgang durch Münster, gehörte auch ein Ausflug zur Alten Synagoge in Drensteinfurt sowie nach Amsterdam zum Programm. Am Samstag waren syrische Flüchtlinge zu Gast in der Villa, um über ihre Erfahrungen zu berichten.

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