Aktionstag von Universität und Stadt
Der Kunst auf der Spur

Münster -

„Kunststücke“ für ältere Wissensdurstige hielt der Aktionstag von Universität und Stadt Münster für 450 Teilnehmer bereit. Im Fürstenberghaus glänzte Kunsthistoriker Dr. Norbert Humburg mit seinem Festvortrag.

Donnerstag, 08.06.2017, 13:06 Uhr

Kunsthistoriker Dr. Norbert Humburg begeisterte mit seinem unterhaltsamen Vortrag im H1 im Fürstenberghaus. Universität und Stadt Münster hatten gemeinsam zu dem Aktionstag eingeladen.
Kunsthistoriker Dr. Norbert Humburg begeisterte mit seinem unterhaltsamen Vortrag im H1 im Fürstenberghaus. Universität und Stadt Münster hatten gemeinsam zu dem Aktionstag eingeladen. Foto: mm

„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Für Dr. Norbert Humburg war es kein Kunststück mit diesem Thema den vollen Hörsaal im Fürstenberghaus zu begeistern. Hatte der Kunsthistoriker doch keine Kulturbanausen vor sich, sondern ältere Wissensdurstige, die er mit seinen Festvortrag fesselte. „Über Kunst nachzudenken, kann schon ein Kunststück sein“, sagte der Redner, der eine virtuelle und versierte Kunststücke-Tour durch Münster startete.

Passendes Thema zu den Skulptur-Projekten

Dies anlässlich des Aktionstages von Universität und Stadt Münster, die mit dem Alternativ-Tag unter dem Motto „Endlich alt genug für die Uni!“ für die Stadt der Wissenschaft und das Studium im Alter werben. „Wissen erleben – diese Veranstaltung gehört zu unserer Stadt, begrüßte unter anderem Bürgermeisterin Karin Reismann die Teilnehmer.

450 hatten sich angemeldet. Darunter aus Münster und dem Münsterland, aus dem Ruhrgebiet, bis hin zur niederländischen Grenze. Während vormittags Vortrag, Musikstücke und Hochschulsport das Programm gehaltvoll füllten, wurden am Nachmittag Stadtführungen geboten, die zu Kunststücken im öffentlichen Raum führten. Passender hätte das Thema des Aktionstages so kurz vor der Eröffnung der Skulptur-Projekte nicht sein können.

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Klar, dass die „Gigant Pool Balls“, die Claes Oldenburg 1977 am Aasee für die erste Skulptur-Parade platzierte, auch im Festvortrag von Dr. Norbert Humburg ins Rollen gebracht wurden. „Kunst ist, was Künstler und Künstlerinnen machen. Doch die Frage bleibt im Raum stehen – kann das weg?“ Er hätte sie gerne in den Aasee rollen sehen, wie er schmunzelnd anmerkte. Längst sind die Kugeln nicht mehr aus Münster wegzudenken.

Im Ranking stünden sie auf Platz eins. Aufheiternd als Billardtisch auf grüner Wiese gemeint, als Denkmal für die Stadt der Ballöner gesetzt – dies lasse sich hinterfragen und deuten, jedoch nicht unbedingt wissend, was damit gemeint sein könnte. Ein Beispiel an Denkmalpflege sei übrigens die derzeitige Säuberungsaktion der Billardkugeln.

Kunst in öffentlichen Raum

Für den Kunsthistoriker, der auch für das „Studium im Alter“ sein Wissen preisgibt, ist es wichtig, Kunst begleitend und vermittelnd rüberzubringen.

Denkmal, Kunstdenkmal Baudenkmal, Mahnmal – der Fachmann erläuterte dem interessierten Publikum die Details mit Münster-Bildern von Kunst im öffentlichen Raum. „Es gibt so viele Baudenkmäler in Münster, dass sie gar nicht mehr wahrgenommen werden. Damit war er bei St. Lamberti angekommen und dem Skulptur-Projekt der drei Irrlichter in den Käfigen der Stadt- und Marktkirche. „Die Irrlichter als Kunst zu akzeptieren war nicht selbstverständlich, da sie bei Tag nicht erkennbar sind.“

Kunst oder nicht Kunst: Ob Ehrenmal am Kanonengraben oder der Zwinger als Mahnmal für die Opfer – die Erinnerungskultur müsse bleiben. Genauso wie der Kiepenkerl, aufrichtig und erdverbunden wie Münster.

Kasper König, Leiter der Skulptur Projekte, hat gesagt, dass derzeit jede Baustelle unter Kunstverdacht gestellt wird. Dazu der Appell von Norbert Humburg: „Bleiben Sie vorsichtig, wenn keine Tafel an dem Kunstwerk ist.“

Hingehen und Mitmachen, sich mit Kunst kritisch auseinandersetzen sei das Wesentliche, was Kunst am Leben halte. Kunst sei schön. Der Kunsthistoriker blendete auch den Leuchter im Damen-WC unterm Domplatz ein. „Unter der Erde geht uns ein Licht auf. Macht was draus, habt Lust an der Kunst. Oder die Kirschensäule. Rot, schön, essbar machen die Kirschen auf dem Sockel Lust an Natur und ein bisschen auf Kinderspielzeug.“

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