Kampagne des Frauen-Notrufs weitet sich aus
Ein sicherer Ort

Münster -

Die Kampagne „Ist Luisa hier?“ des Frauennotrufs für bedrängte Frauen in der Partyszene wird immer stärker. Jetzt macht auch die Halle Münsterland mit, alle Mitarbeiter wurden entsprechend geschult.

Dienstag, 22.08.2017, 22:08 Uhr

Die Halle Münsterland beteiligt sich an der Kampagne  „Luisa ist hier?“ des Frauen-Notrufs Münster. Links Gerlinde Gröger (Frauen-Nottruf), rechts Dr. Ursula Paschke, Geschäftsführerin der Halle Münserland.
Die Halle Münsterland beteiligt sich an der Kampagne  „Luisa ist hier?“ des Frauen-Notrufs Münster. Links Gerlinde Gröger (Frauen-Nottruf), rechts Dr. Ursula Paschke, Geschäftsführerin der Halle Münserland. Foto: hpe

In knapp 50 münsterischen Szene-Kneipen und Clubs reicht inzwischen an der Theke das Codewort „Ist Luisa hier?“, wenn Frauen in kritischen Situationenschnell und unauffällig Unterstützung von Mitarbeitern des Lokals brauchen. An der inzwischen bundesweit verbreiteten Initiative des Frauen-Notrufs Münster beteiligt sich ab sofort auch die Halle Münsterland.

Mit rund 500.000 Besuchern im Jahr ist die Halle Münsterland eines der am meisten besuchten Treffpunkte für alle, die feiern wollen. „Wir sind besonders glücklich, den größten Veranstalter in der Region für unsere Kampagne begeistern zu können“, so Gerlinde Gröger vom Frauen-Notruf. Gerade Kegelparty , Bullenball oder auch Konzerte seien Anlässe, bei denen besonders nach zu viel Alkoholgenuss die Lage für Frauen mal schnell eskalieren könne. „Die Halle Münsterland setzt damit ein deutliches Zeichen und schafft einen sicheren Ort für Frauen“, so Gröger.

„Ist Luisa hier?“ senkt nach Erfahrungen des Notrufteams bei Frauen, die sich bedroht fühlen, auch die Hemmschwelle, nach Hilfe zu fragen. Und potenzielle Täter werden abgeschreckt, wenn bekannt ist, dass die Location „Luisa“ praktiziert.

Auch wenn es noch keine offiziellen Zahlen zum Erfolg der 2016 gestarteten Kampagne gibt, kann Gröger von „vielen positiven Rückmeldungen“ sowohl aus der Gastronomie, wie auch von Betroffenen berichten. Nach einer Umfrage der Organisation haben 75 Prozent aller Frauen „Belästigungserfahrung“, nicht immer blieb es bei verbalen Attacken.

Alle Mitarbeiter in der Gastronomie, an der Garderobe, im Ordnungsdienst sowie auf den Stationen an den Parkplätzen sind in den vergangenen Wochen geschult worden und haben einen Handlungsleitfaden bekommen. Im Kern sollen Frauen, die das Codewort nennen, ohne weitere Fragen und möglichst unauffällig an einen sicheren Ort auf dem Gelände geführt werden. Dort im geschützten Rückzugsort entscheidet sich dann, welche Maßnahmen zusätzlich notwendig sind. Das reicht vom Anruf bei der Polizei bis zur persönlichen Assistenz, bis Freunde eingetroffen sind.

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