Schlechte Ernte auf Gut Kinderhaus
Schlechteste Apfelernte seit über 20 Jahren

Münster -

Frostige Apriltage und weitere Wetterkapriolen sorgten auf dem Westfalenfleiß-Bauernhof Gut Kinderhaus für das schlechteste Apfel-Ernteergebnis seit 20 Jahren.

Freitag, 25.08.2017, 12:08 Uhr

Ein kritischer Blick auf die magere Ernte: Obstbauer Andreas Beyerlin ist mit den Apfel-Erträgen auf dem Westfalenfleiß-Bauernhof Gut Kinderhaus nicht zufrieden.
Ein kritischer Blick auf die magere Ernte: Obstbauer Andreas Beyerlin ist mit den Apfel-Erträgen auf dem Westfalenfleiß-Bauernhof Gut Kinderhaus nicht zufrieden. Foto: hpe

Es ist schon jetzt das schlechteste Ernte-Ergebnis seit 20 Jahren, obwohl das große Apfelpflücken auf dem Westfalenfleiß-Bauernhof Gut Kinderhaus gerade erst begonnen hat: Nur 35 statt der üblichen 70 Tonnen Äpfel reifen auf dem 5,5 Hektar großen Areal am Max-Klemens-Kanal, und das wird unweigerlich zu enormen Preissteigerungen führen. Statt 1,99 bis 2,50 Euro dürfte das Kilo Äpfel aus lokalem Anbau auf den Märkten und in den Läden ab September zwischen 2,90 und 3,30 Euro kosten, schätzt Bernhard Witte , Fachbereichsleiter Land und Garten bei der Westfalenfleiß GmbH.

Nachtfrost zerstörte wichtige Blüten

Obstbauer Andreas Beyerlin kennt die Ursachen für die katastrophale Ernte: „Mitte April gab es Nachtfröste bis minus sieben Grad. Dadurch wurden die Königsblüten, die später die besten Äpfel hervorbringen, zerstört.“ Danach blieb es bis zum 11. Mai zu kühl, es folgte schwüles Wetter mit viel Feuchtigkeit. Die übrig gebliebenen Blüten wuchsen nicht gut nach. Im Juni war dann der übliche Fruchtfall auch größer als in normalen Jahren. Beyerlin: „Der Baum trennt sich immer von einem Teil der kleinen Früchte, wegen der Witterung blieb diesmal besonders wenig hängen.“

Und weil wenig Äpfel reiften, trieben die Äste um so stärker aus. Mit der Folge, dass weniger Ertrag rauskommt und mehr Rückschnitt erforderlich ist. Und was jetzt noch am Baum blieb, reifte dann besonders üppig heran. Beyerlin: „Wir produzieren viele Übergrößen, Äpfel mit mehr als 75 Millimeter Durchmesser sind aber beim Verbraucher nicht beliebt und sind schwer zu vermarkten.“ Und dicke Äpfel neigen auch noch dazu, im Kerngehäuse zu faulen.

Frustrierende Pflückergebnisse

Die Frühsorten wie Delbard und Collina sind inzwischen vom Baum, bis Ende Oktober werden die 16 Mitarbeiter nun ernten. „Für meine Leute ist es natürlich auch frustrierend, nur wenig pflücken zu können“, so Beyerlin.

Nun hoffen alle auf Münsters größten Apfelbauernhof auf ein besseres 2018. „Dieses Jahr ist nicht mehr zu retten“, so Witte.

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