Chemiker finden Wege für neue Verbindungen
Prof. Frank Glorius spricht von einem „Durchbruch“

Münster -

Farben, Medikamente und funktionale Materialien – solche Produkte basieren häufig auf innovativen, von Chemikern entwickelten Molekülen. 

Sonntag, 27.08.2017, 14:08 Uhr

Prof. Frank Glorius ist Leiter der Studie, die darlegt, wie begehrte chemische Verbindungen leicht herstellbar sind.
Prof. Frank Glorius ist Leiter der Studie, die darlegt, wie begehrte chemische Verbindungen leicht herstellbar sind. Foto: Peter Grewer

Zu ihrer Herstellung stehen den Experten viele chemische Reaktionen zur Verfügung – allerdings mit Einschränkungen. Beispielsweise sind fluorierte Verbindungen, also Moleküle, die mindestens ein Fluoratom enthalten, häufig schwer herstellbar. Dabei sind sie von herausragender Bedeutung beispielsweise bei der Entwicklung von Wirkstoffen, weil sie oft ungewöhnliche chemische Eigenschaften haben.

Daher ist die Suche nach neuen Wegen, um solche Verbindungen herzustellen, wichtig. Chemiker der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) haben nun das bisher Unmögliche möglich gemacht, berichtet die Hochschule.

Die Chemiker haben eine neue, leicht durchführbare Synthesemethode zur Herstellung von solchen Fluor-tragenden dreidimensionalen „gesättigten“ (nur aus Einfachbindungen bestehenden) molekularen Ringstrukturen entwickelt. Die Studie von Prof. Dr. Frank Glorius , Mario Wiesenfeldt , Dr. Zackaria Nairoukh und Dr. Wei Li ist in der Fachzeitschrift „Science“ online veröffentlicht.

„Unsere Publikation ist ein Durchbruch. Sie kann eine große Bedeutung für die effiziente Herstellung von neuen Molekülen und somit für den Zugang zu neuartigen Medikamenten, Pflanzenschutzwirkstoffen und Materialien haben“, so die Einschätzung von Frank Glorius.

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