30 Jahre Krisenhilfe Münster
Menschen nicht allein lassen

Münster -

Die Krisenhilfe Münster baut ihre Arbeit auf eine breite Basis ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Mittwoch, 06.09.2017, 10:09 Uhr

Die Krisenhilfe feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen (v.l.): Leiterin Petra Karallus, ehrenamtliche Mitarbeiterin Dorothea Plaß Kehl und Michael Wörmann Vorsitzender des Vorstands.  
Die Krisenhilfe feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen (v.l.): Leiterin Petra Karallus, ehrenamtliche Mitarbeiterin Dorothea Plaß Kehl und Michael Wörmann Vorsitzender des Vorstands.   Foto: Matthias Ahlke

Tod und Trauer, Trennung, Scheidung, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes, Zukunftsängste – es gibt viele und völlig unterschiedliche Gründe, die Menschen in eine schwere Krise stürzen. Sie sehen einfach keinen Ausweg, wissen nicht mehr weiter, können sich nicht vorstellen, dass für sie noch einmal Licht am Ende des Tunnels aufleuchtet. Das Leben scheint nicht mehr lebenswert.

Genau da setzt das Engagement der Krisenhilfe Münster ein: Anlaufstelle und Anker für Frauen und Männer, die verzweifelt sind. Seit exakt 30 Jahren gibt es in der Stadt das psychosoziale Beratungsangebot, dessen oberstes Prinzip lautet: „Innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Anruf versuchen wir es möglich zu machen, dass Menschen bei uns einen Termin bekommen“, betonen Petra Karallus und Gerhild Rehorst.

Netz von Ehrenamtlichen

Die Leiterin der Krisenhilfe und ihre Stellvertreterin wissen aber auch, dass genau dieses Prinzip nur verlässlich funktioniert, weil die Organisation auf ein fest geknüpftes Netz von Ehrenamtlichen bauen und vertrauen kann. „Ohne sie wäre diese Arbeit nicht möglich“, sagen die Verantwortlichen.

Da klingt auch ein bisschen Stolz durch auf dieses Team, das sich ehrenamtlich einbringt, in dem jedes einzelne Mitglied eine fundierte und umfassende Ausbildung zum Krisenbegleiter absolviert hat, die rund eineinhalb Jahre umfasst, und die sich zudem anschließend auch verpflichten, mindestens zwei Jahre bei der Krisenhilfe aktiv zu sein.

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Neben der persönlichen Beratung leisten sie Telefondienst, zwei Termine zur Supervision gehören fest in den Monatskalender: „Es ist viel freie Zeit, die die Ehrenamtlichen schenken, um Menschen zu begleiten und zu unterstützen, die an einem persönlichen Tiefpunkt sind“, macht Petra Karallus das Spektrum deutlich, in dem sich das Engagement bewegt.

Engagement bei der Krisenhilfe

Es sind vorwiegend Frauen, die sich melden, um als Ehrenamtliche bei der Krisenhilfe Verantwortung zu übernehmen. Deshalb, daraus machen alle Aktiven gar keinen Hehl, freuen sie sich auch besonders über männliche Bewerber, wenn es um die neuen Kurse geht, die einmal jährlich beginnen, um Interessierte auf ihre Aufgaben intensiv vorzubereiten.

Was ist die Motivation für jeden Einzelnen, warum engagieren sich Menschen überhaupt bei der Krisenhilfe? Einige der Ehrenamtlichen haben den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt und ihre Beweggründe formuliert. Wer Interesse an der Arbeit hat, bekommt unter Telefon 51 90 05 weitere Informationen.

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