Medikamente im Altenheim
Kommunikation verbessert Therapie

Münster -

Zwölf verschiedene Medikamente nimmt ein Altenheimbewohner im Durchschnitt. Der Grund dafür sind nicht nur viele Krankheiten, sondern oft auch eine schlechte Kommunikation. Eine Online-Plattform soll das ändern.

Donnerstag, 07.09.2017, 07:09 Uhr

Ziehen an einem Strang und verzeichnen Erfolge (v.l.): Apothekerin Martina Beining, Hausarzt Dr. Peter Münster, Projektleiter Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Altenwohnheimleiterin Manuela Kuhnert und Bewohnerin Maria Schäfer.
Ziehen an einem Strang und verzeichnen Erfolge (v.l.): Apothekerin Martina Beining, Hausarzt Dr. Peter Münster, Projektleiter Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Altenwohnheimleiterin Manuela Kuhnert und Bewohnerin Maria Schäfer. Foto: anf

Im großen Aufenthaltsraum stehen gemütliche Sessel, in einem Käfig zwitschern Wellensittiche: Seit drei Jahren ist das Altenwohnheim Maria-Hötte-Stift das Zuhause von Maria Schäfer . Wie beinahe alle Bewohner, nimmt auch sie täglich Medikamente. „Sechs verschiedene“, erklärt Heimleiterin Manuela Kuhnert .

Projekt „Intherakt“ ist bundesweit einzigartig

Damit gehört Maria Schäfer noch in den unteren Bereich. „Im Durchschnitt nehmen Altenheimbewohner in Münster zwölf Medikamente täglich“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Osterbrink von der Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg. Er leitet jedoch ein Projekt, dass genau das ändern soll. „Intherakt“ läuft bereits seit 22 Monaten in Münster – und ist bundesweit einzigartig.

Oberstes Ziel sei es, die Arzneimitteltherapiesicherheit in Altenheimen zu verbessern, erläuterte Osterbrink am Mittwoch. Die Problematik bestehe darin, dass mehrere Zahnräder ineinander greifen: Ärzte, Apotheker und Pflegende. Die Kommunikation müsse verbessert werden.

Neben gemeinsamen und berufsspezifischen Schulungen habe man deshalb eine Online-Plattform entwickelt. „So ist eine schnelle Kommunikation über den Patienten und seine Beschwerden möglich“, erläutert Osterbrink. Durch die lückenlose Kommunikation sei es gelungen, die Anzahl der Medikamente bei zahlreichen Patienten zu reduzieren. „Es geht den Menschen statistisch gesehen besser und ihre Lebensqualität hat sich erhöht“, konnte Osterbrink die Ergebnisse zusammenfassen.

Beteiligte sehen Verbesserungen

Hausarzt Dr. Peter Münster betreute 15 Personen im Projekt: „Es hat definitiv Verbesserungen gebracht.“ Manch einer sei mit 13 Medikamenten angefangen und müsse jetzt nur noch acht nehmen. Auch Apothekerin Martina Beining ist zufrieden: „Wir können unser Wissen mit einfließen lassen. Bisher war die Kommunikation sehr langwierig.“

Die Patientendaten seien innerhalb des Systems dreifach geschützt, so Osterbrink: „Durch ein Passwort am Computer, ein Passwort für das System und den Fingerabdruck.“ Das Projekt wird zum Ende des Jahres abgeschlossen – das Patent für die Online-Plattform ist aber bereits eingereicht.

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