„Fuck-Up-Night“
Von lehrreichen Misserfolgen

Münster -

Um wirtschaftliches Scheitern und eine Verbesserung der Gründerkultur ging es bei Münsters erster „Fuck-Up-Night“. Die Premiere war ein voller Erfolg.

Samstag, 09.09.2017, 13:09 Uhr

Berichteten von Misserfolgen und gescheiterten Unternehmen (v.l.): Julia Egbers und die Sprecher der ersten „Fuck-up-Night“, Jonas Heeke, Alfred Reimann und Johannes Benz.
Berichteten von Misserfolgen und gescheiterten Unternehmen (v.l.): Julia Egbers und die Sprecher der ersten „Fuck-up-Night“, Jonas Heeke, Alfred Reimann und Johannes Benz. Foto: con

„Münster braucht eine ,Fuck-up-Night’, damit es runterkommt vom Höhenflug. Und es ist ein gutes Instrument, um Höhenflüge besser zu machen“, erläuterte Niko Ritter vom Existenzgründungsbüro Münster. Er ist der Initiator Münsters erster Veranstaltung dieser Art, die am Donnerstag stattgefunden hat.

Es geht um das wirtschaftliche Scheitern und um die Verbesserung der Gründerkultur. Drei Unternehmer traten mutig ans Mikro, um dem Publikum im voll besetzten Theatercafé ihre persönlichen Misserfolge mitzuteilen. Ritter und Julia Egbers moderierten den Abend mit kurzweiligen, humorvollen Vorträgen und der Gelegenheit für Rückfragen.

„Niemals, niemals, niemals, niemals aufgeben“, riet Winston Churchill. Diesen Vorsatz nahm sich Johannes Benz, erster Sprecher des Abends, zu Herzen. Mit seiner ersten App-Entwicklung sei er „gegen die Wand gefahren“. Sein aktuelles Unternehmen Raidboxes sei hingegen erfolgreich.

Sehr erfolgreich war auch Jonas Heeke mit seiner mobilen Cocktailbar. Doch die Arbeit wuchs ihm über den Kopf – insofern erlebte er ein persönliches Scheitern und verkaufte nach fünf Jahren dieses Unternehmen unter Wert. Inzwischen ist er mit seinem Team erfolgreicher Produzent einer Limonadenmarke.

Matthias Reims Song „Verdammt ich lieb dich“ schallte durchs Theatercafé und eröffnete die Sprechzeit für Alfred Reimann, Reims ehemaligen Manager. „Damals hieß es Spinner, nicht Start-up“, begann er seinen unterhaltsamen Vortrag über 40 Jahre Unternehmererfahrung mit zahlreichen Misserfolgen und Neuanfängen. Er appellierte, den Augenblick zu genießen, um am Ende nichts zu bereuen.

Die Idee zu der Veranstaltungsreihe entstand vor fünf Jahren in Mexiko, inzwischen gibt es auf allen Kontinenten Fuck-up-Nights. Ritter lernte das Format in Essen mit 600 Zuhörern kennen. Die Premiere in Münster war ein voller Erfolg, wie das direkte Lob vieler Zuhörer an das Vorbereitungsteam bewies.

Für Münster als Start-up-Standort wünscht Ritter sich noch „mehr Mut und Offenheit“. Das verlangt auch dieses Format von den Protagonisten. Zum ehrenamtlichen Veranstalterteam gehören außerdem Jens Wortmann, Marius Meyer, Dominik Schmengler, Kathrin Drees und Eicke Riggers.

Die nächste Veranstaltung findet am 22. November ebenfalls im Theatercafé statt.

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