Universitätsklinikum informiert beim Parkinson-Patiententag am Mittwoch
Pumpe ersetzt Tabletten

Münster -

Das Universitätsklinikum Münster informiert beim Parkinson-Patiententag am Mittwoch (13. September) Interessenten über neue Methoden. Einbringen will sich auch Patient Gerhard Kleingries.

Montag, 11.09.2017, 14:09 Uhr

Das Ehepaar Kleingries (Mitte) mit Parkinson Nurse Heike Verwolt (l.) und den Ärzten Dr. Tobias Warnecke und Dr. Inga Claus.
Das Ehepaar Kleingries (Mitte) mit Parkinson Nurse Heike Verwolt (l.) und den Ärzten Dr. Tobias Warnecke und Dr. Inga Claus. Foto: UKM/Fotozentrale//Marschalkowsi

Gerhard Kleingries ist seit gut zehn Jahren an Parkinson erkrankt. Der 70-jährige Vredener hat sich im Laufe der Zeit zwar auf das starke Zittern (Tremor) und das Gefühl der Muskelstarre (Rigor) eingestellt, auch dank der Gabe von L-Dopa, einer Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin, das dem Körper bei der Parkinson-Erkrankung fehlt. Trotzdem kam der Punkt, an dem das L-Dopa in Tablettenform nicht mehr richtig wirkte. Er entschied sich deshalb für eine neue Methode.

„Die Entleerung des Magens wird bei einer dauerhaften Medikation mit Tabletten schlechter“, erklärt Dr. Tobias Warnecke , Oberarzt der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) und Leiter der Parkinson-Ambulanz. Das bewirke unter Umständen, dass das L-Dopa nur unzureichend in den Darm weitertransportiert wird. „So war Herr Kleingries immer wieder starken Wirkstoff-Schwankungen ausgesetzt – mit den entsprechenden Nebenwirkungen.“

Die Lösung des Problems war die Implantation einer extern am Körper getragenen intestinalen Pumpe, heißt es in einer Pressemitteilung des UKM. Diese umgeht den Magen und gibt das L-Dopa – in Gelform und in konstanter Dosierung – direkt zur Aufnahme in den Dünndarm.

„Plötzlich hatte ich wieder ein fast normales Leben“, sagt Kleingries. Er ist froh, dass er und seine Frau sich vor anderthalb Jahren für die Implantation der Pumpe entschieden haben.

„Die Entscheidung für die Pumpe will gut überlegt sein“, sagt Dr. Inga Claus , Assistenzärztin im Team von Warnecke: „Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Angehörigen das mittragen und in den Umgang mit der Pumpe involviert sind. Das ist nicht jedermanns Sache.“ So steht zum Beispiel alle ein bis zwei Wochen ein Batteriewechsel an, und auch für die tägliche Reinigung brauchen die Patienten eine helfende Hand.

In der Klinik wird das System regelmäßig von „Parkinson Nurse“ Heike Verwolt überprüft. Sie achtet darauf, dass sich die Einstichstelle der Sonde nicht entzündet und gibt den Patienten konkrete Tipps zur einfachen Handhabung.

Gerhard Kleingries wird anderen Betroffenen beim Parkinson-Patiententag am Mittwoch (13. September) von seinen Erfahrungen berichten. Zudem gebe es für Patienten und Angehörige wertvolle Anregungen zu den Neuerungen in der Therapie, kündigt Parkinson-Experte Warnecke an.

Zum Thema

Der Patiententag „Parkinson am UKM – Was gibt es Neues?“ findet am Mittwoch (13. September) von 15 bis 18 Uhr im Lehrgebäude am UKM, Hörsaal L10, Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude 6A, statt.

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