Kinderuni
Auch Mädchen und Jungen haben Einfluss

Münster -

Simmrecht bei Wahlen ist in der Demokratie nicht alles : Das lernten die jungen Studierenden bei der ersten Kindervorlesung im Wintersemester.

Samstag, 16.09.2017, 13:09 Uhr

Aufmerksame junge Studenten: Bei der ersten Kindervorlesung im Wintersemester lernten die Jungen und Mädchen, dass Wahlen allein noch keine Demokratie ausmachen.
Aufmerksame junge Studenten: Bei der ersten Kindervorlesung im Wintersemester lernten die Jungen und Mädchen, dass Wahlen allein noch keine Demokratie ausmachen. Foto: Matthias Ahlke

Es gibt ja T-Shirts, auf denen geschrieben steht: „ Angela Merkel muss weg.“ Das ist nicht nett – aber es ist nicht verboten, damit durch die Stadt zu spazieren. Die Kinder bei der Auftaktvorlesung der Kinderuni im Hörsaal 1 lernten: Seine Meinung öffentlich kundzutun, auch wenn sie die Regierung kritisiert, gehört zur Demokratie.

Knapp eine Woche vor der Bundestagswahl erklärte der Politikwissenschaftler Matthias Freise von der Universität Münster am Freitagnachmittag seinen jungen Hörern, dass nicht nur Wahlen eine die Demokratie ausmachen. Auch wenn die kleinen Studentinnen und Studenten am übernächsten Sonntag alle noch nicht mit abstimmen dürfen – Einfluss nehmen können schon Kinder.

Aufklären über Rechte und Pflichten

Zum Beispiel haben sie das Recht, sich zu informieren: Hendrik (9) kann sich so durchaus vorstellen, mal bei der Behördennummer 115 anzurufen um zu fragen, warum das Spielgerät auf dem Spielplatz seiner Schule immer noch nicht repariert wurde.

Kinder dürfen – wie jeder Erwachsene auch – friedlich demonstrieren, können sich Vereinen oder bei der freiwilligen Feuerwehr engagieren, in der Schulkonferenz mitbestimmen. „Alles Merkmale der Demokratie“, erklärt Matthias Freise

Wenn die Eltern am 24. September zur Wahl gehen, müssen sie nicht fürchten, von Polizisten möglicherweise daran gehindert zu werden, auch das komme in vielen Ländern vor.

Anregungen und Kritik

Und dann gibt es noch die Opposition im Bundestag : „Das ist die Meinung, die die Regierung nicht teilt“, wie ein junger Kenner des Parlamentarismus im Hörsaal erklärte. Matthias Freise holte die Opposition im Bundestag per Skype in den Hörsaal: Die Abgeordnete Maria Klein-Schmeink erklärte live, dass Opposition zwar nicht so schön ist wie Bestimmen, aber auch nicht nur „Mist“.

Abgeordnete der Opposition sagten auch nicht den ganzen Tag Nein, sondern lieferten Anregungen für die Regierung und kritisierten deren Politik – manchmal auch mit Erfolg, sagte Maria Klein-Schmeink, und: „Wenn ihr mehr über Politik im Bundestag erfahren wollt, ladet mich ein. Am besten zusammen mit Politikern anderer Parteien – damit ihr vergleichen könnt.“

Zum Thema

Bei der Kindervorlesung am 13. Oktober lädt der Archäologe Helge Nieswandt um 16.15 Uhr im H1 zu einer antiken Modenschau ein. Sein Thema lautet: „So schick kleideten sich Griechen und Römer.“

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