Science-Fiction-Erzählungen aus Münster
Aliens auf der Promenade

Münster -

Für Werner Zillig war keine Welt zu verrückt. Der heute 67-Jährige hat vor vielen Jahren Science-Fiction-Geschichte geschrieben. Manche davon spielen in Münster.

Donnerstag, 19.10.2017, 07:10 Uhr

Für Werner Zillig war Münster 21 Jahre lang Heimat, heute lebt er in Bayern. Während seiner Zeit im Münsterland hat er Science-Fiction-Geschichten geschrieben. Zwei davon spielen mitten in der Metropole Westfalens.
Für Werner Zillig war Münster 21 Jahre lang Heimat, heute lebt er in Bayern. Während seiner Zeit im Münsterland hat er Science-Fiction-Geschichten geschrieben. Zwei davon spielen mitten in der Metropole Westfalens. Foto: uwa/privat / Collage: lisa

Ihre Heimat muss Lichtjahre von der Erde entfernt liegen, da ist sich der Mann sicher. Doch sie ist weder grün im Gesicht, noch sprießen ihr Antennen aus dem Haarschopf. Doch der Mann weiß: Sie ist eine Außerirdische. Und sie sitzt auf einer Parkbank an der Promenade.

Science-Fiction mitten in Münster: Werner Zillig hat in seinen Erzählungen ganz eigene Welten erschaffen. Manche davon, so auch die über die Außerirdische, spielen mitten in der Stadt. Über 20 Jahre hat der Linguist zwischen Aasee und Lambertikirche gelebt. In den 1980er-Jahren zog es ihn hier an die Universität. Mit dabei seine Vorliebe für Science-Fiction. „Das war damals sehr populär“, erinnert sich der heute 67-Jährige. Frei nach seinem Motto „Man schreibt das, was man gerne liest“, begann er selbst, Science-Fiction-Erzählungen zu schreiben.

18 Erzählungen im Sammelband

Die erste Geschichte „Mein Sonntag in Münster“ – es ist die mit der Außerirdischen – schrieb er für eine Sendereihe im WDR. „Jeden Sonntag hat dort jemand eine kurze Geschichte vorgelesen“, erinnert sich Werner Zillig. Weil er Hörspiele beim Rundfunksender gesprochen hat, konnte er von seinem Sonntag in Münster – auch wenn es ihn so wie in der Geschichte nie gegeben hat – erzählen.

Insgesamt 18 Science-Fiction-Erzählungen hat Zillig in seinem Sammelband veröffentlicht. Viele spielen im Münsterland, manche haben sogar einen historischen Aspekt. So hat Werner Zillig zur Zeit des Kalten Krieges eine Dystopie, eine Erzählung mit negativem Ausgang, geschrieben: „In ‚Ein Mann für Jolanda‘ geht es um Deutschland nach einem Atomkrieg.“ Diese Angst sei in den 1980er- und 1990er-Jahren sehr aktuell gewesen. „Deshalb hat die Geschichte auch viele Menschen berührt“, sagt Zillig.

Fantasy-Roman in der Schublade

Münster war für den gebürtigen Bayern eine wichtige Station: „Hier war ich die längste Zeit in meinem Leben an einem Ort.“ Danach verschlug es ihn noch ins französische Lille und nach Innsbruck in Österreich. Heute lebt der Pensionär in München. Und auch da schreibt er noch. „Aber keine Science-Fictions mehr“, sagt Zillig. Schließlich schreibt er, was er gerne liest.

Bald erscheinen Balladen. Doch auch einen Fantasy-Roman hat Zillig noch in der Schublade liegen: „Den habe ich im Alter von 18 Jahren angefangen. Ich möchte ihn mit 78 beenden.“ Zillig lässt viele seiner Geschichten „reifen“, wie er es ausdrückt: „Keine Sache ist sofort erschienen.“ Für den Linguisten ist „Schreiben absolut natürlich“. Der 67-Jährige ist sich sicher: „Jeder Mensch braucht etwas, durch das er sich ausdrückt. Andere steigen auf Berge, ich schreibe.“

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