Spendenaktion für Portugal
Brandopfer brauchen Hilfe

Münster -

Nach den verheerenden Waldbränden mit zahlreichen Toten in Portugal ruft der Eine-Welt-Kreis St. Stephanus zu einer Spendenaktion auf. Betroffen von der Katastrophe sind auch viele alte Menschen. Sie brauchen dringend Unterstützung.

Donnerstag, 26.10.2017, 10:10 Uhr

Die Brände in Portugal haben viele Häuser in Schutt und Asche gelegt und lassen Menschen verzweifeln.
Die Brände in Portugal haben viele Häuser in Schutt und Asche gelegt und lassen Menschen verzweifeln. Foto: mm

Traumatisierte Menschen, die alles verloren haben, Häuser in Schutt und Asche, alte Leute, die sich nicht zu helfen wissen und hoffnungslos sind. Eine völlig zusammengebrochene Infrastruktur – 532 Brände wüteten allein am 15. Oktober dieses Jahres in Portugal und hinterließen ein Tal der Tränen. 44 Menschen sind an diesem Tag ums Leben gekommen. Verkohlte Leichen müssen noch identifiziert. Es waren mindestens 108 Menschen, die den Waldbrände in diesem Jahr zum Opfer gefallen sind.

Die gnadenlosen Auswirkungen der Feuerbrunst

Die verheerende Naturkatastrophe hat Anita Ferreira aus der Bahn geworfen. Die Portugiesin aus St. Stephanus, die sich im Eine-Welt-Kreis der Gemeinde engagiert, hat viele Kontakte in ihre Heimat. Das bedrückende Schicksal ihrer Landsleute hat sie zutiefst erschüttert. „Die Menschen, die aus dem Schlaf gerissen wurden und verängstigt um ihr Leben aus den Häusern liefen, sind verzweifelt, traurig und mutlos. Sie sehen keine Zukunft mehr, Textilfabriken sind niedergebrannt“, berichtet Ferreira über die gnadenlosen Auswirkungen der Feuersbrunst, die von Temperaturen über 40 Grad und dem Sturm „Ophelia“ angeheizt wurde. Viele ältere Menschen stünden vor dem Nichts, hätten keine Chance, wieder etwas aufzubauen.

Anita Ferreira (r.) und Helga Malkemper vom Eine-Welt-Kreis St. Stephanus bitten um Spenden.

Anita Ferreira (r.) und Helga Malkemper vom Eine-Welt-Kreis St. Stephanus bitten um Spenden. Foto: mm

Betroffen waren besonders die Regionen in Nord und Mittelportugal wie Leiria, Coimbra und Viseu. „Die Bilder der Verwüstung aus meiner Heimat, die Ruinen der Häuser zu sehen, hat mich krank gemacht“, erzählt Anita Ferreira. Die älteren Leute würden von der Landwirtschaft leben und stünden jetzt vor dem Aus, weil große Landstriche vernichtet seien. Tiere seien verbrannt oder sterben vor Hunger. „Die Regierung hat zwar Hilfe versprochen, doch es passiert nichts“, sagt Anita Ferreira. Es fehle zudem an freiwilligen Helfern.

Denen helfen, die alles verloren haben

Auch ihre Eltern leben in Viseu, deren Haus zum Glück erhalten blieb. Der Rauch machte ihnen zu schaffen. „Viele konnten nicht sprechen, bekamen keine Luft“, schildert Ferreira die Not der Menschen.

Sie ist mit 16 nach Deutschland gekommen mit ihren Eltern und Geschwistern. Im Pfarrhaushalt der Spanischen Mission in Münster ist Anita Ferreira tätig, der es am Herzen liegt, den Menschen, die alles verloren haben, zu helfen. Der Eine-Welt-Kreis St. Stephanus sitzt dabei mit im Boot und ruft zu einer Spenden-Aktion auf. Die Spenden kommen über die „Casa de la Misericordia“ („Haus der Barmherzigkeit“) an die Opfer, die mit Kleidung aus den Städten eingedeckt wurden. Was jedoch dringend fehlt, ist Baumaterial, Futter für die Tiere sowie Saatgut.

Wer den Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, helfen möchte, kann dies ab sofort tun unter dem Stichwort: „EWK Stephanus Portugal“, Konto Darlehnskasse Münster, IBAN: DE 52 4006 0265 0003 3700 05. Spendenbescheinigungen werden unter Angabe von Namen und Adressen zugeschickt.

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