Natalie Rose Findlay überzeugt mit ihrer Band im Gleis 22
Ein Stilmix zum Austoben

Münster -

„Wild & unwise“? Der erste Teil dieses „Findlay“-Songs traf schon mal zu auf den Samstagabend im Gleis 22. Natalie Rose Findlay und Band lieferten eine musikalisch anspruchsvolle und ungezügelte Show ab. Auch die Vorband „Rikas“ belohnte ein pünktliches Erscheinen.

Montag, 13.11.2017, 17:11 Uhr

Natalie Rose Findlay lieferte eine anspruchsvolle Show im Gleis 22 ab.
Natalie Rose Findlay lieferte eine anspruchsvolle Show im Gleis 22 ab. Foto: krü

Der Stuttgarter Vierer eröffnete den Abend mit sonnig-leichtfüßigem Pop. Die eleganten Songs mit stetem funky Einschlag und versonnenem Gesang ließen die Gleis-22-Besucher dezent, aber zuverlässig in Bewegung geraten. Mit tollem Harmonie-Gesang erinnerten „Rikas“ nicht selten an ein bestimmtes Liverpooler Quartett, und so beendeten sie mit der Zugabe „Twist and Shout“ passend und stilvoll ihren Auftritt. Nach einem letzten Bad in der Menge gingen sie schließlich strahlend und begeistert von der Bühne.

Das gut gefüllte Gleis 22 war also schon ordentlich in Stimmung, als die Britin Natalie Rose Findlay mit ihren drei Begleitmusikern die Bühne betrat. Ihr Stil war deutlich weniger leicht einzuordnen. Zwischen poppiger Indie-Disco auf der einen und schwerem Blues und Hip-Hop-Attitüde auf der anderen Seite konnte sich Findlay austoben. Das ganze mit einem allzeit urbanem und modernen Anstrich. Ein wilder Stilmix also, der trotz all der Referenzen immer homogen war. Man fühlte sich erinnert an die frühe Emiliana Torrini, dann wieder an die Aggressivität von M.I.A., bis man sich in französischem Disco wiederfand. Über der meist dunklen Soundkulisse konnte Findlay ihre enorme gesangliche Bandbreite entfalten. Flankiert von ihren männlichen Kollegen Jules Apollinaire und Ben Simon an Gitarre, Keyboard und Bass tanzte sie, schlängelte und wandt sich zu den Rhythmen, die Schlagzeugerin Christina Lamas hinter ihr produzierte. Die Songs ihres ersten Albums „Forgotten Pleasures“ kamen mächtig gut an, allen voran der sphärische Titeltrack, die Achtziger-Hommage „Waste my Time“ und schließlich die Zugaben, das balladeske „Sunday Morning“ und der wilde Rocker „Off & On“. Danach war der Merchandising-Stand zurecht überaus gut besucht.

Man darf gespannt sein, was Natalie Rose Findlay für die Zukunft in petto hat, ihr Debüt legt die Messlatte schon sehr hoch, was spannende, moderne Popmusik betrifft. Und live ist sie eine ziemliche Bank, wovon man sich am Samstag überzeugen konnte.

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