Zurückschneiden statt fällen
Riesiger Walnussbaum wird doch nicht gefällt

Münster-Gremmendorf -

Der riesige Walnussbaum in der Kleingartenanlage Sonnenaufgang am Heumannsweg darf jetzt doch stehenbleiben. Allerdings soll die Pächterin die Kosten für einen fachmännischen Rückschnitt übernehmen.

Montag, 20.11.2017, 19:11 Uhr

In letzter Minute wurde der Fälltermin für den riesigen Walnussbaum in der Kleingartenanlage Sonnenaufgang in Gremmendorf abgesagt.
In letzter Minute wurde der Fälltermin für den riesigen Walnussbaum in der Kleingartenanlage Sonnenaufgang in Gremmendorf abgesagt. Foto: Matthias Ahlke

Unerwartete Wendung im Streit um einen rund 20 Meter hohen Walnussbaum in der Kleingartenanlage Sonnenaufgang am Heumannsweg. Eigentlich sollte ein beauftragter Baumsteiger den weit über 50 Jahre alten Baum am Wochenende Ast für Ast absägen und beseitigen (wir berichteten). Der Kleingartenvorstand sagte den Fälltermin in letzter Minute ab, da Gartenpächterin Ghada Hodroj sich bis zum Schluss gegen die Maßnahme gewehrt und auch nicht die gewünschten Vorbereitungen für die Fällaktion geleistet hatte. „Das Gartentor war abgeschlossen“, so Vorstandsvorsitzender Norbert Hunkemöller . „Wir machen uns nicht des Hausfriedensbruchs schuldig.“

Inzwischen habe man aber eine Lösung gefunden, die auch die Pächterin ­akzeptiere. Danach dürfe der Walnussbaum stehen bleiben, wenn die Pächterin „in vollem Umfang die Verantwortung für den Baum übernimmt“, so Hunkemöller. „Dass sie also für Kosten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht und der Rückschnittpflicht aufkommt.“

Das werde sie natürlich tun, betont Ghada Hodroj auf Anfrage. Sie zeigt sich überglücklich über den Erhalt des Walnussbaums. „Ich habe so lange dafür gekämpft. Der Baum ist wie ein Kind geworden.“ Für mög­liche Schäden – beispielsweise nach einem Sturm – werde sie aufkommen. In solchen Fällen, da hat sie sich bereits erkundigt, „bin ich über meine Haftpflichtversicherung abgesichert“.

Beträchtliche Kosten kommen, so wie es jetzt aussieht, allerdings doch auf sie zu. Der riesige Baum mit einem Durchmesser von rund 20 Metern beeinträchtige die Nachbargärten ganz erheblich und müsse zeitnah zurückgeschnitten werden, betont Hunkemöller, der zugibt, dass es sich um einen wirklich schönen Baum handelt, „aber er steht halt an der falschen Stelle“. Die Kosten für einen fachmännischen Rückschnitt könne der Verein nicht übernehmen. „Dafür ist jeder Pächter selbst verantwortlich.“

Bei dem großen Exemplar in Ghada Hodrojs Garten, müsste – ebenso wie es bei der Fällaktion vorgesehen war – ein Experte kommen. Von mehreren Hundert Euro ist die Rede. Eine Summe, so Hodoj, „die ich allein nicht aufbringen kann“. Jetzt hofft sie darauf, dass sich Naturliebhaber finden, die sie bei der Finanzierung des Rückschnitts unterstützen.

Norbert Hunkemöller indes kann den Wirbel um den Walnussbaum nicht ganz nachvollziehen. An vielen anderen Stellen in der Stadt, etwa am Pumpenhaus, am Hiltruper Bahnhof oder am Gremmendorfer Weg, seien Bäume gefällt worden – ohne öffentlichen Protest.

Zum Thema

Wer Gartenpächterin Ghada ­Hodroj bei der Finanzierung des Rückschnitts durch eine Fachfirma unterstützen möchte, kann unter ' 01 76/72 97 20 80 Kontakt ­aufnehmen.

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